Ein Jahr nach der Tat: So steht's im Fall Poschinger

München - Vor genau einem Jahr erschütterte ein unfassbares Verbrechen München: der Fall Poschinger. Wie verlief der Prozess bisher? Wie geht es weiter? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Der Investment-Manager Dirk von Poschinger-Camphausen wurde vor genau einem Jahr mit 13 Schüssen buchstäblich hingerichtet. Der Mörder hatte ihn in einen Hinterhalt gelockt, um dessen Audi A8 zu rauben. Seit dem 2. November läuft der Mordprozess gegen Rainer H., der am 5. Januar 40 Jahre alt wurde.

Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wie verlief der Prozess bisher?

Rainer H. bestreitet die Tat nach wie vor, beantwortet aber keine Fragen. Er wurden etwa 70 Zeugen gehört, von denen die meisten ihn schwer belasteten. Anträge der Verteidigung, die zur Entlastung des Angeklagten beitragen sollten, konnten die Anklage nicht erschüttern. Nach Ansicht von Beobachtern ist die Beweislage erdrückend.

Wie geht es weiter?

Die nächsten Prozesstermine sind der 20. Januar sowie die ersten vier Februartage. Wenn keine weiteren Anträge folgen, soll am 3. Februar plädiert und am 4. das Urteil verkündet werden.

Welche Strafe droht ihm?

Wenn das Gericht zum Schuldspruch kommt, ist nur eine lebenslange Haftstrafe möglich. Das schreibt das Gesetz bei Mord vor. Außerdem wird das Gericht wahrscheinlich die besondere Schwere der Schuld feststellen, da eine Reihe von Mordmerkmalen (Heimtücke, Habgier, Ermöglichung einer anderen Straftat etc.) vorliegen. Zudem droht Rainer H. die Sicherungsverwahrung, da ihm weitere Straftaten zur Last gelegt werden.

Was macht die Witwe des Mordopfers?

Sie hört sich alles an, auch die grausigsten Details. Wenn am 1. Februar der Gerichsmediziner zu Wort kommt, wird sie aber wahrscheinlich den Saal verlassen.

Was sagt der Verteidiger?

Rechtsanwalt Christian Finke betont immer, er halte seinen Mandanten für unschuldig.

Ebu.

Rubriklistenbild: © Polizei

auch interessant

Kommentare