Jamiroquai: So war das Konzert in der Olyhalle

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Jamiroquai-Frontmann Jay Kay: ein Foto von der aktuellen Tour

München - Jamiroquai bleiben sich treu wie eh und je. Das bewiesen sie auch beim Konzert in der Münchner Olympiahalle: die tz-Kritik.

Es gibt wohl nur einen Erwachsenen auf diesem Planeten, der sich in Turnschuhen, knielangem Fransenhemd und unter einem breitkrempigen Hut auf eine Bühne stellen kann, ohne wie ein Volltrottel zu wirken. Dieser Erwachsene heißt Jay Kay, geboren am 30. Dezember 1969. Der Sänger und musikalische Kopf von Jamiroquai präsentiert sich in der gut gefüllten Münchner Olympiahalle nach fünfjähriger Pause unverändert: als flippiges Energiebündel mit einem Hang zu schrillen Outfits, wie es nur echte Briten mit Anstand tragen können.

Musikalisch ist er sich treu geblieben – und zwar in dem Sinne, dass er, wie seit jeher, musikalische Trends oder den Zeitgeist nicht einmal ignoriert, wie das Karl Valentin gesagt hätte. Jamiroquais Welt sind ohne Wenn und Aber die 70er-Jahre, der tanzbare Funk mit deutlichem Zug zum frühen Discosound.

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Es ist mithin also sehr gute Musik, exzellent gespielt – und es dauert nicht lange, bis der Saal bis in die oberen Ränge tanzt. Es sagt einiges über den desaströsen Zustand der Musik in den 90er-Jahren aus, dass diese im Grunde rückwärts gewandte Musik vor 20 Jahren als innovativ empfunden wurde. Aber damals wie heute gilt für Jamiroquai: lieber guter Retro als schlecht neu machen. Passend wird mit der lustigen Planetariums­kulisse augenzwinkernd Bootsy Collins gehuldigt, einem der Helden der Funk-Bewegung. Und alleine zu hören, wie liebevoll akkurat Jamiroquai ihre Vorbilder in eine stampfende Non-stop-Tanzschleife einbauen, hat den Abend schon gelohnt.

Zoran Gojic

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