Fußball-Fans aus dem Häuschen

Jawoll! So feierte München den Sieg über Portugal

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Die Sonne geht unter, die Stimmung steigt: So sah’s gestern auf der Tribüne des Olympiastadions aus.
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Spaß beim Public Viewing: Michael Törber (l.) und Spezl Carlo ­Krampe feiern das 4:0.
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Komfortabler geht's nicht: Vor der Cooperativa Bar in der Jahnstraße steht der Fernseher im eigenen Kleintransporter Vespa Ape. Das schützt den Bildschirm vor der Sonne. Der Chef hat den Stammgästen und Nachbarn auch noch Campingstühle und kleine Schemel für die Getränke hingestellt. Das ist Straßen-Public-Viewing de luxe!
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"Drinnen steht ein Riesen-Beamer – aber bei diesem Wetter sitzen die Gäste lieber im Freien", sagt Reinhold Schneider (49), Wirt der Kneipe Herzschlag in der Au. Sein Gast Andi Richter (55, ganz rechts) kommt aus der Nachbarschaft. "Das ist super hier. Da schaut man nicht allein ­daheim, muss aber auch nicht zu den stressigen Großveranstaltungen."
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Was tun, wenn das Spiel startet, aber die Arbeit noch nicht zu Ende ist?! In der Untergiesinger Praxis Reha München weiß man sich zu helfen: Der Physiotherapeut Martin Schütze (30) schnappt sich sein Handy und schaut das Spiel mit der Patientin über die ARD-Mediathek. "Mein Chef drückt während der WM ein Auge zu – und der mobile Empfang ist gar nicht so schlecht." Margit Wiesheu (66), die unter anderem wegen einer Schulter-Operation in Behandlung ist, wirft von der Liege aus auch ein Auge auf Müller & Co. Ihr gefällt's: "Ich kenn mich zwar nicht so gut aus – aber bei der WM interessiert mich Fußball auch. Und so ein fantastisches Spiel darf man nicht verpassen …"
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Wir holen den Pokal! Martin (ganz rechts, 30) und seine Freunde feiern den überragenden Sieg im Club Milla in der Holzstraße. Hier ­haben sie ein richtiges Public-Viewing-Kino. "Ich hab bis kurz vorher gearbeitet. Ich wohne in der Nähe und hab hier reserviert, um einen sicheren Platz zu haben." Dass die DFB-Elf zum Auftakt allas geben würde, damit hat der Fan gerechnet. "Aber dass sie so hoch gewinnen – das ist echt der Wahnsinn!"
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Die Proteste haben sich gelohnt: Mit einem ­monatelangen Kampf haben Promis und Anwohner den Bolzplatz an der Müllerstraße gerettet. Und zur WM ist er heuer ein Public-Viewing-Kinderparadies! Emma (ganz links, 9) und ihre Freunde aus dem ­Viertel hält es nicht lange auf den Bänken bei den ­Eltern – nach dem ersten Tor hüpfen und jubeln sie nur noch vor dem Fernseher im Kreis.

München - München tanzt die Fußball-Samba! Die deutsche Elf hat mit der Jagd auf den WM-Pokal begonnen – zum Start gab’s ein 4:0 über Ronaldos Portugiesen.

Jaaaaaaa! Was für ein Abend! Die deutsche Elf hat mit der Jagd auf den WM-Pokal begonnen – zum Start gab’s ein 4:0 über Ronaldos Portugiesen! Zehntausende Münchner feierten beim Public Viewing im Olympiastadion (unten) und in den Biergärten. Die Partymeile Leopold war von der Münchner Freiheit bis zur Franz-Joseph-Straße bis Mitternacht fürs Samba-Tanzen gesperrt. Da der Anpfiff schon um 18 Uhr war und viele grad erst aus der Arbeit kamen, hatten sie keine Zeit, lange vor den großen Leinwänden nach Plätzen zu suchen. Also fieberten sie in der Arbeit mit, feierten im kleinen Club um die Ecke – oder gleich mit dem Fernseher vor der Tür in der Abendsonne.

So wurde im Olympiastadion gejubelt

München tanzt die Fußball-Samba! Beim Public Viewing im Olympiastadion haben sich die Fans gestern Abend in WM-Form gefeiert. 10.500 schauten den WM-Auftakt gegen Portugal auf der Tribüne und in der Arena. Sie feierten, sie schwenkten Fahnen – und sie schrien so laut, als sollte es auch das deutsche Team in Brasilien hören …

Die Münchner Fans hatten sich schon gut vorbereitet. Zum Trikot trugen sie Schals, Cowboyhüte, Blumenketten und sogar Haarreifen mit Hasenohren – alles in Schwarz-Rot-Gold, versteht sich. Wer noch nicht das richtige Outfit hatte, wurde am Deutschland-Standl neben der U-Bahn fündig. Den Weg zum Stadion legten die meisten Public-Viewing-Besucher noch still zurück. Auf dem Rückweg schallten dann Trompeten und Fangesänge durch den Olympiapark. So klingt ein 4:0!

Mit Bier und Bratwurst hatten sich die Fans schon vor dem Spiel in Stadionstimmung gebracht. Viel Zeit, um sich warmzujubeln, blieb dann allerdings nicht. Schon in der elften Minute wurden sie gefordert: Elfmeter für Deutschland! Die meisten hatten es sich da grad erst auf den Rängen gemütlich gemacht – aber jetzt war Aufstehen angesagt. Das ganze Olympiastadion starrte auf die Leinwand und ballte die Fäuste. Thomas Müller, 1:0, und München tanzt zum ersten Mal. Nach dem 2:0 von Mats Hummels stimmte die Tribüne dann ein Schalalalalalala an. Zur Königsdisziplin, der Laola, reichte es beim ersten Gruppenspiel noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden – vielleicht schon am Samstag gegen Ghana …? Platz für ein paar mehr Fans im Stadion wär jedenfalls noch.

Gestern ging in München die weltmeisterliche Party auch nach dem Abpfiff weiter. „Jetzt geht’s erst mal auf die Leopoldstraße. Morgen kann ich zum Glück später in die Arbeit kommen“, sagt Michael Törber und schließt sich mit Kumpel Carlo Krampe dem Fan-Umzug in die Innenstadt an … Beate Winterer

Nina Bautz

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