München macht mobil

Jetzt startet die Stadt die große Schul-Offensive

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So sehen die neuen Containerschulen aus, man nennt sie Schulpavillons.

München - Der Zustand der Münchner Schulen war eines der großen Themen im Kommunalwahlkampf. Stinkende Schultoiletten oder Neubaugebiete ohne Klassenzimmer sorgten für Unmut. Jetzt macht die Stadt mobil, sie stockt die Budgets um hunderte Millionen Euro auf.

Der Zustand der Münchner Schulen war eines der großen Themen im Kommunalwahlkampf. Stinkende Schultoiletten oder Neubaugebiete ohne Klassenzimmer sorgten für Unmut. Jetzt macht die Stadt mobil, sie stockt die Budgets um hunderte Millionen Euro auf.

Das Schulreferat hatte bislang größte Mühe, mit der demografischen Entwicklung Münchens Schritt zu halten. Die Schülerzahlen stiegen von 2000 bis 2014 von 86 367 Kindern auf 98 854. Für 59 Generalinstandsetzungen benötigte die Stadt 25 Jahre. Eine katastrophale Quote – angesichts der insgesamt 350 Schulstandorte. Aktuell 60 Schulen müssten dringend saniert werden. „Es sind viele Schulen aus den 60er und 70er Jahren sanierungsbedürftig geworden, woran vor 20 Jahren noch kein Stadtrat dachte“, erklärt Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD).

Auch der Bedarf an Schulneubauten ist immens: 24 Grundschulen sind nötig, mehr als 60 müssten erweitert werden, auch fünf Mittelschulen sind zu klein geworden. Bedarf besteht auch an zwei neue Förderzentren, fünf Realschulen, sieben Gymnasien und vier Berufsschulen.

Strobl und Schulreferent Rainer Schweppe (SPD) beantragen im Stadtrat ein Sanierungsbudget von 200 Millionen Euro vor allem für marode Toiletten. Außerdem sollen die Jahresbudgets für kleine Umbauten um knapp jährlich 95 Millionen Euro aufgestockt werden, zusätzlich zum bestehenden Jahres-Sanierungsbudget von 35 Millionen Euro.

Auch Planungszeiten für Neubauten sollen verkürzt werden, etwa durch die Entwicklung von mehrfach verwendbaren Baumodulen. Im Rathaus sind 145 neue Stellen für den Schulbau geplant. Außerdem werden verstärkt Schulpavillons aufgestellt, um schnell reagieren zu können. Außerdem will die Stadt vereinfachte Ausschreibungen sowie mehrgeschossige Schulen errichten, sogar Pausenhöfe oder Sportplätze auf Schuldächern sind kein Tabu mehr.

Johannes Welte

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