Jetzt will Ude den Sieg!

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Ude wollte eigentlich in Rente geben, jetzt will er Ministerpräsident werden

München - Er ist zwar noch nicht nominiert, aber so wie OB Christian Ude (63) spricht, scheint seine Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2013 nur noch reine Formsache. Jetzt will Ude den Sieg!

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Ude: Regieren oder Rente!

Er ist zwar noch nicht nominiert. Aber so, wie OB Christian Ude (63) spricht, ist seine Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2013 nur noch reine Formsache. Ude wollte in drei Jahren eigentlich in Rente gehen. Jetzt will er Ministerpräsident werden, mit der SPD den Machtwechsel erreichen und die CSU in die Opposition jagen! „Fünf Prozent Zuwachs traue ich mir zu“, sagt Ude. „Und wenn die Grünen ihre Stärke behaupten und die Freien Wähler auch, dann ist das eine Mehrheit.“

Bei der Wahl 2008 hatte die SPD 18,6 Prozent. „Laut aktuellen Umfragen liegen wir in Bayern bei 19 Prozent.“ Bei den aufstrebenden Grünen rechnet Ude mit einem „deutlich zweistelligen, aber unter 20 Prozent liegenden Ergebnis“: 15 bis 18 Prozent. Und wenn die Freien Wähler (FW) ihre zehn Prozent von 2008 halten können, geht Udes neue Regierungsformel für Bayern auf: SPD 19 + Ude-Bonus 5 + Grüne 16 + FW 10 = 50 Prozent! Das wäre das Aus für die CSU nach 56 Jahren ununterbrochen an der Macht! „Ich will einen Sieg mit kräftigen Zugewinnen für die SPD in München und in Bayern“, lautet Udes forsche Kampfansage.

Im Fall einer Niederlage will er aber nicht Oppositionsführer im Maximilianeum werden. Dann bleibt er noch ein halbes Jahr OB und geht in Rente. Weil er als Rathauschef – anders als für den Landtag – aus Altersgründen nicht mehr antreten darf.

Mit fast 66 bayerischer Regierungschef, erst der zweite in der SPD-Nachkriegsgeschichte nach Wilhelm Hoegner (1945–46 und 1954–57): Ude ist bereit. „Mein Vater hat bis 91 als Journalist gearbeitet, ich habe eine ähnlich gute Konstitution. „Aber keine Angst: So lange wird es bei mir nicht werden.“ Eine Amtszeit will er auf alle Fälle durchhalten. 2018 steht er kurz vor dem 71. Geburtstag. „Da hat ja Adenauer noch nicht einmal angefangen“, flachst Ude. Der CDU-Verteran wurde 1949 erst mit 73 Bundeskanzler und dankte mit 87 ab.

Doch Ude stellt auch Bedingungen für eine Kandidatur. Seine Partei muss der umstrittenen dritten Startbahn am Flughafen ebenso zustimmen wie der zweiten S-Bahn-Stammstrecke.

Das dürfte kein Problem sein. Denn generell verspürt Ude ein „Echo aus seiner Partei wie noch nie“. Einhelliger Tenor aus allen Landesteilen: „Bitte mach das! Das müssen wir packen!“ Ude scheint sich auf ein Duell mit Horst Seehofer (62) richtig zu freuen. „Ich schätze ihn über die Maßen. Das heißt aber nicht, dass es in Bayern nicht Zeit ist für den Machtwechsel!“

Die von SPD-Chef Florian Pronold angestoßene Sommerlochdebatte ist zur Welle geworden, auf der Ude mittlerweile gerne reitet und die Segel selbst setzt. Es gibt eigentlich kein Zurück mehr.

Stefan Dorner

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