Massive Kritik

Minister: Bahn-Chaos "völlig inakzeptabel"

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"Völlig inakzeptabel" nennt Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) auf Anfrage von merkur-online.de die aktuellen Fahrzeugprobleme der DB im Werdenfelsnetz.

München - "Völlig inakzeptabel" nennt Bayerns Verkehrsminister Joachim Hermann (CSU) das aktuelle Bahn-Chaos zwischen München und Garmisch-Partenkirchen. Er nimmt die DB Regio AG nun streng in die Pflicht.

Das Chaos bei der Werdenfelsbahn nach dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember hält auch nach fast zwei Wochen an. Liegengebliebene Züge (meist zwischen Weilheim und Tutzing) und Verspätungen - vor allem im morgendlichen Berufsverkehr: Den Pendlern stinkt's gewaltig!

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Und nicht nur denen. Jetzt kommt auch massive Kritik aus der Staatsregierung. "Völlig inakzeptabel" nennt Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) auf Anfrage von merkur-online.de die aktuellen Fahrzeugprobleme der DB im Werdenfelsnetz. „Einige der neuen Fahrzeuge sind bereits seit geraumer Zeit auf diesem Netz im Einsatz, wir haben weit und breit weder Schnee noch Eis und trotzdem fahren die Züge im Werdenfels alles andere als zuverlässig – das ist für mich und für die zurecht verärgerten Fahrgäste schlichtweg nicht nachvollziehbar“, so der Minister angesichts der von DB Regio als verantwortlichem Verkehrsunternehmen als Begründung für Verspätungen, Zugausfälle und Zugkürzungen angeführte technischen Probleme.

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Zur Erinnerung: Erst am Montag hatte ein Bahnsprecher betont, "dass die allermeisten der täglich 200 Züge im gesamten Werdenfels pünktlich fahren." Weiter verwies die Bahn darauf, dass sich die Pünktlichkeit der Züge mittlerweile um die 90-Prozent-Marke bewege. Nur: Am Ende desselben Tages war zwischen München und Weilheim insgesamt drei Mal ein Zug liegengeblieben, was sich auf die Pünktlichkeit der anderen Züge auf dieser Strecke ziemlich negativ auswirkte. Nach den Weihnachtsfeiertagen ging es am Freitag im Pendlerverkehr nach München so weiter, wie an fast jedem anderen Tag auch: Mit Verspätungen.

Nun nimmt Minister Hermann die DB Regio AG streng in die Pflicht:  "Die mit der Bestellung der Zugleistungen im Freistaat beauftragte Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das Verkehrsunternehmen bereits schriftlich aufgefordert, die Qualitätsmängel unverzüglich zu beheben und die vertraglich geschuldeten Leistungen so wie bestellt zu erbringen", heißt es aus dem Innenministerium. "Minister Herrmann schließt sich dieser Forderung an, denn die Leistung, die von DB Regio derzeit im Werdenfels geboten wird, konterkariere alle Bemühungen des Freistaates Bayern, durch Angebotsverbesserungen mehr und vor allem zufriedene Fahrgäste zu gewinnen."

Von Zufriedenheit war bei den Nachrichten unserer Leser-Reporter, die selbst auf der Strecke pendeln, absolut nichts zu merken...

Leser-Reporter sauer

Anton Stiller aus Weilheim beschwert sich aktuell über mangelnden Komfort in den neuen Zügen bei der Werdenfelsbahn. Er schreibt uns:

"Es wird sicher Tage geben an denen alles nach Plan läuft- was aber bleibt ist der unglaubliche Verlust an Komfort gegenüber den Uraltzügen. Die neuen sind auf 21 Grad Temperatur eingestellt, dann fängt die Lüftung an zu blasen und am Ziel Weilheim bzw. München ist es eiskalt. Laut Zugbegleiter nicht zu ändern. Von den Vibrationen die über weite Strecken jedes Lesen oder Arbeiten unmöglich machen ganz zu schweigen. Reisen war gestern."

Grund zum Ärger für Bahn-Kunden gibt es am Freitagnachmittag wieder ab Tutzing.Auf der Strecke nach Penzberg fallen gleich mehrere Züge aus. Und: Noch gibt es keinen Schienenersatzverkehr. Diese Pressemeldung hat die Bahn verschickt:

"Aus betrieblichen Gründen entfallen heute Nachmittag kurzfristig folgende Züge zwischen Tutzing und Penzberg:

Tutzing Abfahrt 17:03 Uhr – Penzberg Ankunft 17:24 Uhr Tutzing Abfahrt 18:03 Uhr – Penzberg Ankunft 18:24 Uhr Tutzing Abfahrt 19:03 Uhr – Penzberg Ankunft 19:24 Uhr

Penzberg Abfahrt 17:33 Uhr – Tutzing Ankunft 17:53 Uhr Penzberg Abfahrt 18:33 Uhr – Tutzing Ankunft 18:53 Uhr Penzberg Abfahrt 19:33 Uhr – Tutzing Ankunft 19:53 Uhr

Aktuell konnte noch kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Sofern dies zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist, werden wir Sie informieren. Bitte weichen Sie deshalb auf andere Zugverbindungen zwischen Tutzing und Penzberg aus." 

Auch auf der anderen aktuellen Chaos-Strecke zwischen München und Salzburg gibt es aktuell wieder Probleme. Am Freitag ist ein Meridian-Zug von München nach Traunstein ausgefallen. Die Pendler werden gebeten, den nächsten Zug, der eineinhalb Stunden später (!) fährt, zu nehmen. 

fro

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