tz-Serie: Auch wir Bauern suchen eine Frau

Josef: Der Milchbauer aus Söchtenau

Josef S. (40) in der Werkstatt seines rund 150 Jahre alten Hofes.
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Josef S. (40) in der Werkstatt seines rund 150 Jahre alten Hofes.

Söchtenau - Seinen Eltern sagt Josef S. (40), dass er sich mit Kumpels trifft. Wenn diese im Wohnzimmer sind, zieht er sich den Scheitel vor dem kleinen Spiegel im niedrigen Flur nach, zupft den Kragen seines weißen Hemdes zurecht und huscht hinaus.

Die Eltern sollen keinen Verdacht schöpfen. Damit sie nicht enttäuscht sind – falls es wieder nicht klappt. Seit drei Jahren inseriert der Milchbauer aus Söchtenau (Landkreis Rosenheim) nun in Landwirtschaftsblättern unter „Bekanntschaften“. Vergebens. „Dabei wünschen sich meine Eltern doch so sehr Enkelkinder.“

Bauer Josef S. aus Söchtenau sucht die Richtige

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Jedes Mal, wenn er eine neue Anzeige aufgibt, überarbeitet er den Text. In der aktuellen Version steht „Vollerwerb mit Milchvieh“ – das macht mehr her als „Milchviehbetrieb“. Er sucht nach einem netten „Landdirndl“: „Die Städterinnen haben oft falsche Vorstellungen.“ Am Wochenende gemütlich im Bett frühstücken – das fällt zum Beispiel flach. Josefs Wecker klingelt um 5.15 Uhr, jeden Tag. „Das Melken wird für meine Eltern immer mühsamer.“ Alle paar Wochen übernimmt Vater Michael für einen Tag ganz den Hof und der Junior macht einen Tagesausflug, radelt, besucht Bauernmuseen oder fährt zum Chiemsee, der nur ein paar Kilometer entfernt ist.

„Do muaß amoi oane kemma“, sagt sein Vater und merkt sich immer genau, in welchem Ort in der Gegend am Wochenende ein Fest ist. Da will Josef aber nicht hin. Zwar hat er da gar keine schlechten Karten bei den Frauen, mit seinem verschmitzten Lächeln, dem schlanken Körper und der glatten, rosigen Haut. Dass er jünger aussieht als 40, erklärt er sich selbst damit, dass er sich nur selten die Nacht um die Ohren schlägt. „Denn wenn die Frauen dort hören, dass ich Landwirt bin, hauen die ab – die wollen was unternehmen und auch mal in den Urlaub fahren. Das ist zu frustrierend.“ Da inseriert er lieber in Landwirtschaftsblättern – an die 100 Euro hat er schon für Anzeigen ausgegeben.

Meist werden seine Hoffnungen beim ersten Gespräch am Telefon begraben. Josef zählt die Minuten. „Lang dauert es nie, bis sie irgendeine Ausrede erfindet, warum sie jetzt nimmer kann und verspricht, wieder anzurufen.“ Um sich dann nie wieder zu melden. „Ich finde einfach nicht die richtigen Worte, um sie für mich zu gewinnen.“

Wenn es doch zu einem Treffen kommt, fährt Josef extra nach Rosenheim in ein italienisches Restaurant. Aber auch bei Kerzenschein kann Josef nicht aus sich heraus.

Sein größter Wunsch? Dass ihm eine Frau mal wirklich eine Chance gibt. Und er endlich seinen Eltern sein Landdirndl vorstellen kann.

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Der Steckbrief: Josef S. (40), Milchbauer

Der Hof: Ein Wohnhaus mit Kuhstall und ein weiteres Gebäude mit Stallungen auf 18 Hektar Grund, dazu 1,5 Hektar Wald und 1,5 Hektar Acker mit Mais

Tiere: 30 Kühe und 20 Hühner

Wer lebt noch auf dem Hof: die Eltern

Hobbys: Radfahren, wandern, schwimmen, spazierengehen, Bauernmuseen

Single seit: 40 Jahren – bis auf ein paar kürzere Affären hat es noch nie geklappt

So soll sie sein: schlank, ein Landmädel, am besten mit Vorkenntnissen in der Landwirtschaft

So lernen Sie ihn kennen:

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Quelle: tz

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