Am Ziel einer langen Reise

Endlich drin! Bürgermeister Schmid bezieht Büro

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Hier saß bis zum März noch der grüne Bürgermeister Hep Monatzeder – jetzt arbeitet sich CSU-Bürgermeister Josef Schmid durch die Unterschriftenmappen.

München - Acht Jahre lang hat Josef Schmid darum gekämpft, Oberbürgermeister von München zu werden. Jetzt ist er 2. Bürgermeister - ein Etappensieg. Am Dienstag zog Schmid in sein neues Büro um. Die tz war dabei:

Acht Jahre lang hat er dafür gekämpft, Oberbürgermeister zu werden. Und er hat es schon mal zum 2. Bürgermeister gebracht. Am Dienstag bezog Josef Schmid (CSU) sein neues Büro – in dem noch der Geist von Hep Monatzeder weht, der hier residiert hatte. Die tz durfte beim Einzug des 45-Jährigen dabei sein.

Raus aus der CSU-Fraktion, rein in die vier Bürgermeister-Zimmer: Josef Schmid zog am Dienstag innerhalb des Rathauses um.

Auf dem Schreibtisch steht eine Tasse mit Christian Udes Konterfei und den Worten „Kultur für alle.“ Es ist nur eine der Hinterlassenschaften des „Vormieters“ und Ude-Freunds Monatz-eder, dessen Büro Schmid nun übernimmt. Eigentlich wäre ihm als 2. Bürgermeister das Zimmer von Christine Strobl zugestanden, die jetzt 3. Bürgermeisterin ist – das mit der Dusche. „Ich wollte aber nicht, dass Frau Strobl aus ihrem vertrauten Büro ausziehen muss“, erzählt Schmid. Einen Vorteil hat Monatzeders Ex-Büro auch: Es liegt direkt neben dem von OB Dieter Reiter.

Ein Blick in den Geschirrschrank: Noch mehr Ude-Tassen, eine anlässlich des 65. Geburtstages des Alt-OBs, eine andere zum 850. Stadtgeburtstag von 2008, von einem Ude in Ritterrüstung verziert. Und weitere Tassen die für fair getradeten Kaffee werben. Und dann muss er auf ein überdimensionales Bild starren, unübersehbar mit einem männlichen Akt versehen (siehe links).

Schmid stellt erst einmal eine Foto-Collage davor, die ihn mit seiner Ehefrau Natalie zeigt. Auf den Schreibtisch werden mehr Bilderrahmen aufgestellt, mit Gattin und den zwei Kindern.

Als erstes packte er das Bild aus, das ihn mit seiner Frau Natalie zeigt

Derweil kämpft Schmid, der für sein neues Amt den Anwaltsposten ruhen lässt, mit dem Kennwort für seinen Computer. Brav assistieren seine Mitarbeiter Thomas Reiner, derzeit noch CSU-Fraktionssprecher und künftig Schmids Bürochef sowie die Mitarbeiterinnen Annette Fritsch und Daniela Wagner. Was Schmid an seinen neuen Räumen besonders gefällt? „Dass ich auf den Alten Peter schauen kann und Richtung Glockenbach. Das Christliche und die Großstadt auf einen Blick – genauso wie er sich und seine Partei gern sieht.

Grinsend dreht Schmid die Ude-Tasse um, auf der „Vorhang zu“ steht. Wegen ihm ist Rot-Grün Geschichte. Und auch wenn es zum OB nicht gereicht hat, ist er als 2. Bürgermeister der große Wahlsieger.

Johannes Welte

Heps Leih-Bilder werden abgeholt

Nun sitzt Josef Schmid im Büro des ehemaligen Bürgermeisters Hep Monatzeder. Der hatte sich für sein Büro mehrere Bilder vom Lenbachhaus ausgeliehen, allesamt mehr oder weniger abstrakte Akte, einmal unübersehbar männlich in Acryl auf Leinwand, einmal männlich und einmal weiblich auf Tusche. „Das bunte ist ganz schön, die schwarz-weißen nicht so sehr“, so Schmid. Am 3. Juni werden die ohnehin Bilder abgeholt. Die tz versuchte gestern beim Lenbachhaus herauszufinden, um was für Bilder es sich handelt und wer die Künstler sind – doch das städtische Museum musste passen.

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