Schülerin (22) beschimpft und bespuckt

Ich bin das Opfer von Juden-Hassern

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Opfer brutaler Hass-Tiraden, weil sie sich zum jüdischen Glauben bekennt: Alexandra T. wurde bespuckt und beleidigt.

München - Sie ist Jüdin und bekennt sich dazu. Was Alexandra T. (22) am beruflichen Schulzentrum Alice Bendix erleben musste, ist eine Schande. Jetzt gab es den angebrachten Prozess  vor dem Amtsgericht.

Mitschülerinnen mobbten sie und ihre Freundin Julia per Facebook als „Judenhaufen“. Und: „Eure Meinung ist so viel wert wie ein Jude in der Hitlerzeit.“

Wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung müssen sich jetzt zwei Mitschülerinnen vor dem Amtsgericht verantworten. Angela S. (23) und und ihre gleichaltrige Freundin Karima R. geben im Prinzip die angeklagten Taten zu, versuchen jedoch, die unglaublichen Vorfälle zu verharmlosen. „Das war ein Zickenkrieg“, so Angela R. „Ich bin kein Unschuldslamm“, räumt sie angesichts ihrer Erfahrungen mit dem Gericht ein, betont aber: „Ich wollte nicht das jüdische Volk beleidigen.“

Für das Opfer jedoch war es schlicht die Hölle. „Seit zwei Jahren geht das schon so“, erzählte sie der tz. Nicht nur die beiden angeklagten Hauswirtschafts-Schülerinnen hätten sich an dem hinterhältigen Mobbing und den menschenverachtenden Beleidigungen beteiligt: „Da haben noch mehrere mitgemacht.“ Am 26. Mai 2012 weigerte sich Karima R. ins Klassenzimmer zu gehen. Mitschülerinnen und Lehrer hörten, wie sie tönte: „Ich gehe erst wieder ins Zimmer, wenn es nicht mehr nach Juden stinkt!“

Ihr Anwalt Thomas Etzel, ein Mobbing-Experte, macht der Schulleitung Vorwürfe: „Da wurde versucht, alles untern Teppich zu kehren.“ Alexandra: „Mir hat man gesagt, dass ich auch dran schuld sei.“

Das Fass zum Überlaufen brachte ein schlimmer Vorfall am 13. Juni 2012: Vor einer Bäckerei nahe der Schule stellte sich Karima R. ihrem Opfer in den Weg. Vor feixendem Publikum versprühte sie Deospray und schrie: „Hier stinkt es schon wieder nach verbrannten Juden!“ Dann spuckte die Täterin der schmächtigen Alexandra mitten ins Gesicht. Das hat mir am meisten weh getan“, sagt Alexandra T. Die Urteile : Karima R. bekam ein halbes Jahr auf Bewährung aufgebrummt, Angela R. muss 900 Euro Geldstrafe zahlen.

Eberhard Unfried

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