Konzertkritik

Liebe ohne Leiden: Udo Jürgens in der Olyhalle

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78 Jahr, wunderbar, so sang er vor uns: Udo Jürgens zeigt in der Olympiahalle nach wie vor, wo der Schlagerhammer hängt.

München - Selbst im Alter von 78 Jahren rockt Entertainer Udo Jürgens die Olympiahalle - ein Ohrenschmaus für Jung und Alt: die Konzertkritik.

Einer, der ein Dutzend unverwüstlicher Klassiker geschaffen hat und als einziger deutscher Entertainer von Weltformat gelten darf, könnte es sich im gesetzten Alter von 78 Jahren leichter machen: alle Hits abfeuern und den Fans einen nostalgischen Schunkelabend bescheren. Aber Udo Jürgens will nicht nur gefeiert, sondern auch gehört werden. Der Mann spielt beinahe alle Lieder aus seinem neuen Album Der ganz normale Wahnsinn.

Dazu gibt es opulent bebilderte Filmmusik von der Filmbiografie Der Mann mit dem Fagott. Und den Leuten in der Olympiahalle, die gekommen sind, um Griechischer Wein mitzusingen, denen gefallen auch die neuen Lieder. Schöne Stücke sind das geworden, von Pepe Lienhard und seiner exzellenten Combo schmissig begleitet und mit gewohnt satirisch-kritischen Texten, die sich Jürgens gerne schreiben lässt. Er will relevant bleiben, etwas zu sagen haben, das spürt man. Und so singt er eben auch von Analogkäse auf der Pizza, warnt vor dem Internet oder persifliert den deutsch-englischen Neusprech.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Auch wenn das mitunter ein wenig sperrig klingt, passt es dann doch wieder wunderbar zur swingenden Musik - nicht zuletzt, weil Jürgens so einmalig singt. Jetzt, wo handgemachte Musik und professionelles Auftreten wieder entdeckt worden sind, haben auch die Jungen bemerkt, dass man mit einem wie Jürgens viel Spaß haben kann. Beste Freundinnen, mehrköpfige Männercliquen, Teenager mit ihren Großmüttern, junge Paare - sie alle wärmen sich am akustischen Lagerfeuer, das Udo so gekonnt entfacht.

Am Ende gibt es dann die großen Abräumer, und bei der letzten Zugabe wünscht uns Udo Liebe ohne Leiden. Das finale „Dü Düp“ löst einen regelrechten Orkan der Euphorie aus. So was schafft wirklich nur Jürgens.

Zoran Gojic

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