In der Funkkaserne

Todenhöfer grillt Ochsen für Flüchtlinge

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Dr. Juergen Todenhoefer mit Tochter Valerie.

München - Weihnachten feiern die Todenhöfers im trauten Familienkreis traditionell erst am 25. Dezember. Denn den Heiligen Abend verbringen sie mit jenen, die nichts haben. So auch heuer:

Heute, am 24. Dezember, ganz in der Früh, wird im Hof der Funkkaserne angegrillt. Um 15.30 Uhr soll der Ochse fertig sein, den ein ganzes Team aus Ehrenamtlern und Mitarbeitern der Stiftung Sternenstaub der Familie Todenhöfer grillt.

„An den Vorbereitungen und der Durchführung des Weihnachtsfests in der Funkkaserne sind Dutzende Helfer beteiligt. Ich bin nur einer von vielen, der mit anpackt“, sagt Publizist Jürgen Todenhöfer (75). Die Idee für das weihnachtliche Grillfest hatte der Geschäftsführer der Stiftung. „Wir haben uns für einen Ochsen entschieden, weil’s originell ist. Außerdem muss man viel grillen und viel essen. Das gehört zum gemeinsamen Feiern“, sagt Todenhöfer, der Ende 2014 zehn Tage bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbracht hat und die Einnahmen aus dem daraus entstanden Buch gespendet hat.

Jürgen Todenhöfer: Heiligabend kann ein schwieriger Tag sein

Mit seinem Vermögen hat er 2009 die Stiftung Sternenstaub für Menschen in Not gegründet. Seine Tochter Valérie (33) ist Vorstand und hat mit ihrem Team die Weihnachtsidee umgesetzt. Am Nachmittag spielt in der Funkkaserne eine Kapelle, und ein Zauberer tritt auf. Zum Ochsen gibt’s libanesischen Taboulé-Salat, Reis, Gemüse und Tomatensoße. Zum Nachtisch wird Mangocreme gereicht.

Es wird genug für alle da sein – für die 300 Flüchtlinge und die ehrenamtlichen Helfer, die sich in der Funkkaserne engagieren. „An Heiligabend zieht sich das christliche Deutschland zurück und feiert. Wenn man allein in Deutschland ist – und man kann auch in einer großen Gruppe wie einer Flüchtlingsunterkunft allein sein – ist das ein schwieriger Tag“, sagt Todenhöfer. Deshalb feiert er jedes Jahr mit jenen, die sonst allein wären. 2014 hatte er 40 Flüchtlinge in die Stiftung geladen, das Jahr zuvor bedürftige Münchner.

Für die 90 Kinder, die in der Funkkaserne leben, wird es vor dem Zubettgehen noch Süßigkeiten als Geschenk geben. Die werden aber an Heiligabend nicht mehr reinpassen, wenn der letzte Rest vom Ochs verputzt ist und die Schüsselchen mit der Mangocreme leer sind … 

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