Jugendliche klauen BMW und fahren ihn aus Spaß zu Schrott

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München/Großdingharting - Einen tagelangen "Geländetest" der besonderen Art hat eine Gruppe junger Männer an einem BMW X3 durchgeführt. Dass ihnen der Wagen gar nicht gehörte, störte dabei nicht. Das abenteuerliche Testprotokoll:

Der 68-jähriger Halter des BMW X3 war am 18. Januar zu Besuch in einer Klinik in Kleinhadern. Er parkte sein Auto in der Nähe der Klinik. Als er gegen 19.20 Uhr wieder zu seinem Fahrzeug wollte, war es weg. Erst am 1. Februar tauchte der Wagen wieder auf - mehrere Kilometer entfernt in Großdingharting und schwer beschädigt. Was war geschehen? Zunächst rätselte die Polizei, wie der Wagen dort hin kam.

Zwei Wochen später begann das Rätsel sich aber zu lösen. Zwei Jugendliche (16 und 18 Jahre alt) wandten sich an die Polizeiinspektion  in Forstenried. Die beiden wussten, was mit dem X3 geschehen war. Doch sie durften eigentlich nichts sagen, sonst drohe Ungemach von den Tätern.

Am Ende konnte die Polizei die Geschichte doch noch aufklären: Jugendliche und junge Erwachsenen eines Freizeitheimes in Kleinhadern hatten sich des Wagens angenommen und ausführliche "Tests" durchgeführt. Zunächst hatte einer der Beteiligten festgestellt, dass bei dem BMW angeblich der Zündschlüssel steckte. Diese Erkenntnis teilte er dann seinen Freizeitheim-Freunden mit.

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Daraufhin parkte ein Jugendlicher den BMW erstmal um. Dann testete ein 15-Jähriger den Motor und fuhr mit quietschenden Reifen davon. Nach seiner Rückkehr verließ er fluchtartig den erheblich nach verbranntem Gummi stinkenden X3 und ward nicht mehr im Freizeitheim gesehen. Die Lenkung war seitdem bei gerader Reifenstellung um 45 Grad verzogen und die rechte Fahrzeugseite über die gesamte Länge beschädigt.

In den folgenden Tagen wurden durch einen 20-Jährigen, einen 17-Jährigen und „weiteren Interessierten“ mehrere Fahrten mit dem BMW nach Kleindingharting unternommen. Ortskundige der Gruppe führten abseits der Straße über einen halbwegs befahrbaren Weg zu einer naturbelassenen Waldlichtung mit einer Schanze. Jeder der "Testfahrer" konnte nun ausgiebig die Allradtauglichkeit sowie das Sprungverhalten des X3 überprüfen, wobei sich die Frontpartie des Fahrzeuges mehrfach in den Boden bohrte.

Die Sprungtests fanden nach mehreren Tagen in einem massiven Unterbodenschaden ein Ende. Die Jugendlichen hatte auch die bereits seit Tagen leuchtende Kühlwassersignallampe nicht gestört. Kühlwasser wurde nicht nachgefüllt, lediglich ab und an wurde der X3 in kleinen Mengen über einen extra angeschafften Kanister betankt.

Schließlich fuhr der Wagen gar nicht mehr, weil Getriebe und Kraftstoffzufuhr kaputt waren. Die Jugendlichen schoben den BMW daraufhin in die Einfahrt einer Gaststätte in Großdingharting und ließen ihn stehen. Acht Tage später wurde die Polizei vom Gaststätteneigentümer um Überprüfung des mittlerweile eingeschneiten Autos gebeten.

In der Zwischenzeit hat die Polizei zwei der "Autotester" als Haupttäter in der Blumenau geschnappt.

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