Anfrage im Stadtrat

Junge Flüchtlinge dürfen nicht ehrenamtlich arbeiten

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In München werden Schülerlotsen händeringend gesucht.

Dass Flüchtlinge häufig zum Nichtstun verdammt sind und keine Jobs annehmen dürfen, hat eine große politische Debatte ausgelöst. Vor allem, nachdem die bayerische Staatsregierung nur noch Asylbewerbern mit einer günstigen Bleibeperspektive eine Arbeitserlaubnis erteilen will.

München - Auch wenn Flüchtlinge ehrenamtlich arbeiten wollen, läuft nicht immer alles reibungslos. Schulweghelfer zum Beispiel werden in München händeringend gesucht, insgesamt sind derzeit 530 im Stadtgebiet aktiv. Umso verwunderlicher scheint es, dass die Stadt ein Angebot von fünf jungen Flüchtlingen, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen, ausgeschlagen haben soll. Die Asylbewerber besuchen die Berufsschule für Berufsintegration an der Balanstraße in Haidhausen und boten sich an einer nahe gelegenen Grundschule als Schulweghelfer an.

Die Stadtratsfraktion der Grünen hat nachgehakt, weshalb dieses Angebot von der Stadt nicht angenommen worden sei. Antwort: Die Jugendlichen hätten keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, heißt es vom Kreisverwaltungsreferat (KVR).

Braucht es eine Arbeitserlabunis fürs Ehrenamt?

Die Grünen wollen geklärt wissen, warum dieses Papier für ehrenamtliche Tätigkeiten überhaupt erforderlich ist. Stadträtin Jutta Koller: „Auch in anderen Bereichen haben junge Geflüchtete Probleme, sich zu engagieren oder saisonale Beschäftigungen anzunehmen.“ Die Stadtwerke München suchten zum Beispiel nach Menschen, die in den Sommermonaten in den Bädern arbeiten wollen. „Für viele Geflüchtete könnte so eine Beschäftigung ein großer Gewinn sein, um erste Arbeitserfahrungen zu sammeln und sich Schritt für Schritt in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, meint Koller.

Das KVR teilte am Donnerstag auf Anfrage mit, dass zwischenzeitlich ein Jugendlicher als Schulweghelfer eingestellt, eingekleidet und von der Polizei vor Ort eingewiesen wird – nachdem das erweiterte Führungszeugnis vorgelegt worden sei. Ein zweiter Interessent habe sich auf Nachfrage der Behörde nicht mehr geäußert. Und bei einem dritten laufe der Asylantrag, eine Entscheidung zum Aufenthalt ist noch nicht gefallen.

Zuständig für die Flüchtlinge ist jeweils die kommunale Ausländerbehörde. Weil die übrigen Interessenten nicht in München wohnen, müssten die zuständigen Ausländerbehörden Auskünfte erteilen, so das KVR. Auch das erweiterte Führungszeugnis sei dort zu beantragen. Dies wiederum ist essentiell für ein Engagement als Schulweghelfer. 

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