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Sie heizen uns ein

Junge Münchner Firma steuert Haustechnik übers Handy

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Leopold von Bismarck (v.l.), Johannes Schwarz und Christian Deilmann zeigen die Heiztechnik ihres Unternehmens. Das Handy dient zur Steuerung.

München - Mit dem Handy Heizkosten sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen: Aus dieser Idee ist vor zwei Jahren das Münchner Start-up-Unternehmen tado entstanden.

Damit rannten die Initiatoren in Deutschland und Großbritannien offene Türen ein. Tausende lernfähige Thermostate wurden bereits verkauft. Nun ist eine neue Produkt-Generation an den Start gegangen. Damit können Sie die Heizung in Ihrem Haus vom iPhone aus steuern!

Die Erfolgsgeschichte tados begann im Jahr 2007. „Ich habe damals darüber nachgedacht, wie wir alle Heizungen in Europa ins 21. Jahrhundert bringen können“, sagt Christian Deilmann (32) – er ist Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz an der Lindwurmstraße. Ihn hat es gestört, dass die Heizung auch dann weiterläuft, wenn kein Bewohner zu Hause ist. „Immerhin machen wir auch das Licht aus, wenn wir einen Raum verlassen“, so Deilmann. Das wollte der Münchner gemeinsam mit Leopold von Bismarck (32) und Johannes Schwarz (33) ändern. Sie entwickelten die ersten Prototypen. Mit der Firmengründung vor zwei Jahren ging dann das erste Modell in Serie. Damals wurde tado noch am Ammersee gefertigt. Heute wird das Produkt in Ungarn hergestellt.

Die neue tado-Generation ist laut dem Unternehmen kompakter und einfacher zu bedienen als der Vorgänger. Der kleine weiße Kasten wird an der Heizung angesteckt und ist über Funk mit dem Internet verbunden. „Die Installation ist kinderleicht. Wer eine Glühbirne austauschen kann, der ist auch in der Lage, tado an seine Heizung anzuschließen“, sagt Johannes Schwarz, Technischer Leiter des Unternehmens. „Das Gerät erkennt, wenn die Bewohner das Haus oder die Wohnung verlassen und regelt dann die Heizung runter“, sagt Schwarz. Sobald sich das erste Familienmitglied wieder auf den Heimweg macht, wird das Zuhause rechtzeitig wieder aufgeheizt. Das erkennt das Programm automatisch durch die Bewegungsdaten des Handys. Klingt bequem – und klingt günstig. Bis zu 31 Prozent der Heizkosten lassen sich so laut einer Studie des Fraunhofer-Institut einsparen. „Je häufiger und länger das Haus verlassen wird, desto größer ist das Einsparpotenzial des Systems“, schreibt das Institut in seiner Studie. Gelobt wird nicht nur die Energieersparnis, sondern auch, dass tado auf die Anwesenheit der Bewohner reagiert, die Temperatur im Gebäude misst und den aktuellen, lokalen Wetterbericht berücksichtigt. So beeinflussen zum Beispiel sonnige Tage und sehr kalte Nächte die Heizregelung von tado. Das System gibt’s für 249 Euro zu kaufen oder für 6,99 Euro im Monat zu mieten.

Die App fürs Handy

Die tado-App gibt es fürs iPhone im App Store und für Geräte mit Android im Google Play Store. Eine App für Windows-Phone und Blackberry erscheint in Kürze. Die App läuft ständig im Hintergrund. Dadurch erkennt tado, wo sich die Bewohner aktuell befinden und regelt dementsprechend die Heizung runter. Macht sich ein Familienmitglied auf den Heimweg, heizt das Gerät das Zuhause rechtzeitig wieder auf. Über die App sehen Nutzer die aktuelle Temperatur, sie können den smarten Thermostat überwachen, Einstellungen treffen und sehen, wie viel Energie tado bereits eingespart hat. Auch Bewohner ohne Smartphone können tado benutzen. Das Gerät lässt sich auch manuell mit Knöpfen oder über eine Internet-Seite am Bildschirm bedienen.

Das Gerät für daheim

Egal ob alt oder neu: tado ist mit 95 Prozent aller Heizungen kompatibel, sagen die Hersteller. Auf der Liste der unterstützen Heizungen stehen über 5000 verschiedene Modelle von 290 Herstellern. Darunter zum Beispiel Vaillant, Buderus und Viessmann. Die Installation ist laut Unternehmen einfach. Das Gerät wird per Kabel an die Heizung angesteckt. Eine Stromversorgung von der Steckdose ist nicht nötig. Der Thermostat wird mit Batterien betrieben. Diese haben eine Lebenszeit von bis zu zwei Jahren. Mit dem Internet verbindet sich tado per eigenem Funk (kein herkömmliches WLAN). Dazu muss man ein mitgeliefertes Gerät an seinen Router anstecken. Fertig!

Jonas Regauer

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