Es geht um seine Brille

Bekannter Jura-Professor verklagt Bayern wegen 234,40 Euro 

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Bernd Schünemann (70) ist ein bekannter Rechtswissenschaftler und seit 1989 Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Strafrechtswissenschaften, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik an der LMU München.

München - Der kuriose Fall eines bekannten Strafrechts-Professors beschäftigt gerade den Münchner Verwaltungsgerichtshof. Bernd Schünemann (70) verklagt den Freistaat - wegen einer Gleitsichtbrille.

Bernd Schünemann ist ein bekannter Jura-Professor, steht seit dem Wintersemester 1989/1990 dem Institut für Strafrechtswissenschaften, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik an der LMU München als Direktor vor. Sein Fachgebiet ist Strafrecht - der 70-Jährige vertritt als Anwalt beispielsweise den Ex-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Stefan Mappus.

Jetzt klagt er selbst: Schünemann hat den Freistaat Bayern verklagt, wegen seiner Brille. Es geht um 234,40 Euro und ums Prinzip. Schünemann, der sehr schlecht sieht, hat eine Gleitsichtbrille. Kostenpunkt: 1000 Euro. Als Beamter bekommt der 70-Jährige Beihilfe vom Freistaat, in der Regel 70 Prozent. Schünemann wolle nichts für das Gestell, nur Beihilfe für die teuren Gläser. "Ich brauche die Brille während meiner Vorlesungen, ohne sie sehe ich nichts“, sagt er gegenüber der Bild.

Doch das Finanzamt zahlt keinen Cent. Begründung: Ein Beamter müsse bestimmte Härten akzeptieren. Schünemann klagt vor dem Verwaltungsgericht - und verliert. Schünemann geht in Berufung - am Dienstag fand der Prozess vor dem Verwaltungsgerichtshof statt. Nun müssen drei Richterinnen im Brillen-Prozess entscheiden.

Schünemann ist der Meinung, dass ihm und anderen Beamten der Zuschuss zusteht. Der Uni-Professor ergänzt: "Ich weiß, es ist ungewöhnlich, einen Senat wegen 230 Euro zu beschäftigen. Aber es geht mir ums Prinzip."

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