An Justins 8. Geburtstag: Papa bringt Mama um!

+
Der Tatort: Hier erstach Hakim F. (28) seine Frau Miriam F. (28).

München - Schreckliche Bluttat im Westend: Hakim F. (28) hat im Streit seine Frau Miriam (28) erstochen. Sohn Justin (8) hat die Polizei angerufen: „Mama blutet. Ich bin ganz allein...“

Am Nachmittag sah die Nachbarin den kleinen Justin noch im Hof eines Genossenschaftshauses im Westend. Der Kleine feierte an diesem Tag seinen achten Geburtstag, spielte und rief vergnügt: „Mama! Mama!“ Am späten Abend rief Justin wieder nach seiner Mutter. Doch diesmal kam sie nicht. Der Bub suchte sie im Wohnzimmer. Was er dort sah, wird prägend sein für sein ganzes späteres Leben. Der eigene Vater hatte Justins Mutter mit einer Vielzahl von Messerstichen und -schnitten in Hals und Oberkörper tödlich verletzt, sie sterbend im Wohnzimmer zurückgelassen. Um 23 Uhr wählte Justin den Polizei-Notruf 110 und sagte: „Mama blutet. Ich bin ganz allein...“

Es war der traurige Höhepunkt im Streit einer verhängnisvollen Liebe, die die Münchner KVR-Verwaltungsangestellte Miriam F. (28) am Ende mit dem Leben bezahlte. Gerade erst volljährig, verliebte sich die junge Frau in Hakim (28) – einen aus Burundi stammenden Burschen, der seit 14 Jahren in Deutschland ist, aber sein Leben nie in den Griff bekam. Kein Job, keine Ausbildung. Stattdessen lieber rumhängen und exzessive Partys feiern.

Hakim vergewaltigte 2004 eine Frau

Nach Darstellung von Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch und Mordkommissionsleiter Markus Kraus fiel Hakim F. bereits in jungen Jahren auf. Im Jahr 2004 vergewaltigte Hakim im Alter von 20 Jahren eine Frau. Miriam will ihn retten, glaubt an die Kraft der Liebe – und heiratet Hakim noch während seiner Haftzeit im Gefängnis. Da ist Justin bereits drei Jahre alt. Der Warnschuss zeigt keinerlei Wirkung. Kaum wieder draußen, nimmt Hakim sein altes Lotterleben wieder auf. Die kleine Familie lebt im vierten Stock des Hauses in der Gollierstraße. Die Nachbarin beschweren sich häufig über nächtlichen Partylärm.

Auch die Ehe kriselt. Zweimal zeigt Miriam F. ihren Mann an wegen häuslicher Gewalt, macht dann aber doch keine Aussage mehr. Wegen einer weiteren Körperverletzung und eines Widerstandes gegen Polizisten riskiert Hakim F. seine Bewährung.

Justin macht Beamten die Tür auf

Im Februar zieht er aus. Wegen Justin kommt er aber oft zu Besuch. Das Verhältnis scheint sich zu entspannen. Den Muttertag feiern alle zusammen im Gasthaus. Auch am Montag kommt Hakim F. zum Geburstag des Sohnes, bringt ihn ins Bett. Gegen 23 Uhr fliegen wieder die Fetzen. Eine Nachbarin hört Miriams Schreie. Sie ruft die Polizei. Zwei Streifenwagen rasen los. Kurz bevor die Polizisten eintreffen, meldet sich auch Justin in der Einsatz-Zentrale. Er macht den Beamten selbst die Tür auf. Noch in der Wohnung beginnen die Polizisten mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch Miriam F. stirbt im Krankenhaus. Justin wird zu ihren Eltern gebracht. Die ganze Familie wird psychologisch betreut.

Hakim F. stellt sich in der Nacht der Polizei. Die Tatwaffe – ein großes Küchenmesser – hatte er auf der Flucht am Heimeranplatz weggeworfen. Er gesteht, redet aber wirres Zeug und gibt an, Marihuana gekifft zu haben. Dann bricht er die Vernehmung ab. Steinkraus-Koch: „Wir werden ihn zeitnah einem Psychiater vorstellen,“

Im Internet kursieren noch Fotos von Hakim F. Als Motto notierte er: „Der Tod ist sicher. Das Leben nicht.“

Sebastian Arbinger, Dorita Plange

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Alle Linien fahren normal
S-Bahn: Alle Linien fahren normal
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion