Paketposthalle und Werksviertel als Optionen

Heute Entscheidung: Wohin kommt der neue Konzertsaal?

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Der Gasteig wird ab 2020 saniert. Die Philharmoniker brauchen ein Ausweichquartier.

München - Paketposthalle oder Werksviertel? Am Dienstag will das Kabinett entscheiden, wo künftig die Musik spielt. Im Rennen sind nur noch zwei Standorte:

Paketposthalle oder Werksviertel? Am Dienstag will das Kabinett entscheiden, wo künftig die Musik spielt. Im Rennen sind nur noch zwei Standorte: das ehemalige Pfanni-Areal im neu entstehenden Werksviertel (Berg am Laim) oder die alte Posthalle an der Friedenheimer Brücke in Neuhausen. Sicher ist: Es wird nun schnell gehen, denn Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würde gerne noch in seiner Amtszeit den Grundstein legen. Die endet 2018!

Es wären in jedem Fall ganz neue Töne, denn die Debatte um eine Heimstatt für das BR-Symphonieorchester schwelt seit 15 Jahren! Denn die Musiker sind genervt davon, im Gasteig bei den Philharmonikern nur Gast zu sein. Außerdem gilt die Akustik dort als verstörend. Das Haus soll 2020 saniert werden, die Philharmoniker müssen so lange raus. Auch das spricht für einen weiteren Saal, denn die Musiker brauchen ein Ausweichquartier.

Standort-Vorschläge wie Apothekenhof, Olympiapark oder Finanzgarten – alle vom Tisch. Zwei Plätze sind noch in der Verlosung. Die tz stellt sie vor und lässt von Befürwortern erklären, was für die Standorte spricht.

Posthalle: "Platz für drei Säle und eine Schule"

So soll der Konzertsaal in der Paketposthalle aussehen.

München braucht einen Konzertsaal, der sich in der großen weiten Welt sehen und hören lassen kann – das sagen die Initiatoren des Konzertsaals in der Paketposthalle. Das neue Kulturviertel am Ostbahnhof sei schlicht zu eng, der Standort an der Friedenheimer Brücke biete wesentlich mehr Raum. „Wer in der Kultur aufgehen will, muss sie großzügiger planen als nur an einen Raum zu denken“, sagt Initiatoren-Sprecher Karlheinz Groebmair. „Das Postareal in Neuhausen garantiert das mit seinen 30 000 Quadratmetern. Der neue Saal wäre dort städtebaulicher Mittelpunkt, ein neues Kulturzentrum. Gebaut werde auch nicht auf den letzten Drücker, sondern auf Zuwachs und Ergänzung. „Platz ist für bis zu drei Konzertsäle und, falls gewünscht, eine ganze Musikhochschule.“

Das Gelände sei ebenfalls noch frei planbar und lasse sich wechselnden Bedürfnissen anpassen. Entgegen anders lautenden Verlautbarungen stimme der Zeitplan auch für das Neuhausen-Konzept. 2016 werden die Voraussetzungen für die Umplanung geschaffen. Die Post will offenbar auf ein Grundstück nach Germering. 2018 könnte der Konzertsaal-Umbau starten. Mithin eröffne der Neubau auch Chancen für das ganze Areal, denn die Stadtentwicklung ist dort noch nicht abgeschlossen. „Der im Westen geplante Umzug der Post orientiert sich an verkehrlichen Erschließungen und wird weder Arbeitsplätze kosten, noch die Post-Mitarbeiter zwingen, sich nach neuen Lebensmittelpunkten umzusehen.“

Werksviertel: "Ein Haus der täglichen Begegnung"

Er war eigentlich ein Fan des Standortes Finanzgarten. Doch Hans-Robert Röthel ist umgeschwenkt. Denn dieser Standort für einen neuen Saal habe sich aus technischen und logistischen Gründen zerschlagen. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Konzertsaal München habe gemerkt, dass das Werksviertel „wirklich eine glänzende Alternative“ ist.

Ein Herzstück des neuen Areals könnte der neue Konzertsaal sein

Hauptargument für die Befürworter ist die Zeit. Denn der Saal ließe sich auf dem alten Pfanni-Gelände ohne große Umschweife zeitnah realisieren. Und: „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung für einen Saal mit bestmöglicher Akustik!“ Der Neubau würde sich auch thematisch sehr gut in die Umgebung einfügen, da am Ostbahnhof ein neues Kunst- und Kulturviertel entstehen soll. „Das Konzerthaus soll ja auch kein elitärer Palast werden, sondern ein Haus der täglichen Begegnung.“ Zudem sei gewährleistet, dass der Münchner Osten aufgewertet wird. München wachse in die Fläche. Und man werde um die Erkenntnis nicht umhin kommen, dass sich nicht alles im Münchner Stadtzentrum abspielen kann.

Der Standort Paketposthalle sei aus Röthels Sicht mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden. Denn ob die Post das Feld räume sei noch nicht geklärt. Außerdem wehrte sich Verdi gegen die Aufgabe des Standortes. Der Konzertsaal im Werksviertel könnte indes rasch umgesetzt werden – und wäre damit auch Ausweichquartier für die Philharmoniker, während der Gasteig saniert wird.

Sascha Karowski

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