Münchner Bub verunglückt tödlich

Ein ganzer Verein trauert um Kadu (12)

„Lieber Kadu, wir werden dich nie vergessen“, heißt es in der Traueranzeige, die der SV Concordia Olympiadorf am 7. August in der tz aufgegeben hat. Seine Mitspieler trauern um den beliebten Jungen (oben 2. v. li.)

München - Ein Fußballverein trauert um ein junges Mitglied: Der SV Concordia Olympiadorf ist bestürzt über den tödlichen Autounfall, der dem kleinen Kadu (12) das Leben gekostet hat.

Kadu war ein fröhlicher Junge

Er war einer von ihnen. Nicht nur ein Mitspieler, sondern ein guter Freund. Eine Junge, der immer sein Bestes gab und sich auch für die anderen Kinder eingesetzt hat. Ein Vollblut-Kicker, stets mit ganzem Herzen dabei. Der den Fußball liebte, der Spaß mit seinen Spezln vom SV Concordia Olympiadorf hatte – und immer ein freundliches Lächeln im Gesicht trug. Dieses Lächeln ist nun verschwunden. Denn Kadimir A. (12), den immer alle Kadu nannten, ist am 1. August bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sein Verein trauert um den liebenswürdigen Jungen mit irakischen Wurzeln, der längst ein Münchner Bub war.

„Lieber Kadu, wir werden dich nie vergessen. Du fehlst uns sehr. Deine Freunde von der D1-Jugend des SV Olympiadorf Condordia“: So heißt es in einer Traueranzeige, die der Verein am 7. August in der tz aufgegeben hat. Dahinter steckt eine herzzerreißende Geschichte.

Von München aus war Kadu mit seinen Eltern und den drei Geschwistern auf dem Weg in den Urlaub, zusammen wollten sie Verwandte im Irak besuchen. Gleich am ersten Ferientag, dem 31. Juli, fuhren sie gemeinsam los – und hatten extra für die große Reise einen neuen Wagen besorgt. Einen Siebensitzer, damit die ganze Familie hineinpasst. Doch Kadu kam nie bei seinen Verwandten an …

Völlig demoliert: der Wagen der Familie nach dem Unfall nahe Nusaybin

Nahe der türkischen Stadt Nusaybin, rund 100 Kilometer vor der irakischen Granze, hatte seine Familie einen schweren Autounfall. Auf einer unebenen Straße platzte ein Reifen – deshalb verlor Kadus Mutter, die am Steuer saß, die Kontrolle über den Wagen. Sie konnte nichts dafür, dass der Wagen sich im Anschluss mehrfach überschlug und der Dachgepäckträger Teile des Autodaches wegriss. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der 12-Jährige aus dem Auto geschleudert, anschließend fiel der tonnenschwere Wagen auf ihn. Wie türkische Medien berichten, brachte der Notarzt den Jungen noch ins Krankenhaus, konnte ihn aber nicht mehr retten. Seine Verletzungen waren zu gravierend.

Auch die anderen Mitglieder der Familie verletzten sich teils schwer, aber nicht lebensbedrohlich. „Wir stehen alle unter Schock“, sagt Yakup Kilic, Kadus Trainer in der D1-Jugend des SV Concordia. „Ich kannte Kadu seit einem Jahr, er war Stürmer. Vor wenigen Wochen half er noch mit, dass wir aufgestiegen sind. Kadu war ein sehr lieber Junge, nett und aufgeschlossen. Sein Tod tut mir in der Seele weh. Der Familie möchte ich mein tief emfpundenes Beileid aussprechen.“

Auch Jugendleiterin Petra Wenzel ist tief getroffen. „Jeder kannte Kadu, er war ein toller Kerl. Es ist ganz furchtbar, was passiert ist – schlimm für die Kinder. Einige sind noch im Urlaub. Wir werden am 10. September eine Trauerfeier abhalten, damit sie sich verabschieden können.“ An diesem Tag wäre Kadu 13 Jahre alt geworden. Vergangenen Freitag wurde er auf dem Waldfriedhof beerdigt. Sein Lächeln wird bleiben.

Andreas Thieme

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