tz spricht mit drei Käufern

Käfer-Witwe versteigert Nachlass: Schluss mit Party

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Uschi Ackermann mit dem Akkordeon ihres verstorbenen Mannes Gerd Käfer.

München - Große Auktion in der Schellingstraße: Gerd Käfers Witwe Uschi Ackermann hat seinen Nachlass versteigert. Wir waren dabei und haben einige neue Besitzer gesprochen.

Heute habe sie das Gefühl, als wäre ihr Gerd da, sagt Gerd Käfers (†82) Witwe Uschi Ackermann (69). Sie war gestern – wie viele weitere Münchner – zur Versteigerung der Inneneinrichtung der Kitzbüheler Villa des Feinkost-Königs ins Aktionshaus Hampel in der Schellingstraße gekommen.

Riesige Papagei-Skulpturen, ausgefallene Kunstwerke, teures Porzellan: All das kam bei der Auktion unter den Hammer. Sie habe in München nur eine Wohnung, sagte Ackermann. „Ich kann die Sachen nicht alle nehmen.“ Außerdem wolle sie sich jetzt vor allem einem Thema widmen: dem Tierschutz.

„Ich brauche keinen Porsche“

Für ausschweifende Partys hat Käfers Witwe dagegen nur noch wenig übrig. „Die meisten Leute, die wir so oft eingeladen haben, haben mich nicht mehr eingeladen“, erzählt sie. So sei das Leben, jedoch wolle sie nun selbst keine großen Feiern mehr ausrichten.

„Ich brauche keinen Porsche und auch keinen teuren Schmuck.“ Auch wenn ihr Gerd ihre Hunde am Anfang kritisch beäugt habe, habe er sie dann doch ins Herz geschlossen. Der Feinkost-König würde sich freuen, wenn er wüsste, dass Stücke aus seiner Sammlung wieder einen neuen Besitzer haben – dessen ist sich Ackermann sicher.

So ist sein Akkordeon für die Summe von 400 Euro in neuen Händen. Ackermann verrät: „Gerd hatte eine Kassette eingebaut, er konnte nicht besonders gut spielen.“ Satte 54.000 Euro brachte dagegen ein Kunstwerk Gotthard Graubners ein. Skurril: Es sieht aus wie ein gelbes Kissen. Die tz hat mit drei Käufern gesprochen, die auf der Auktion fündig wurden.

Ein Dankeschön

800 Euro hat die Künstlerin Etelka Märzluft für die Löwen­skulptur mit Versace-Käferdekor ausgegeben. Märzluft hatte die Skulptur einst selbst gestaltet – zum 75. von Gerd Käfer. Als Dankeschön für seine Unterstützung bei der Löwenparade.

Gschmackig

Rotweinflaschen und eine historische Speisekarte hat Rupert Grubmüller (49) ersteigert. Auf der Karte steht etwa ein Auflauf vom Huhn. 160 Euro hat er ausgegeben, darauf kommt nochmal der Zuschlag des Aktionshauses von 28,5 Prozent. „Da muss man schon konstant mitrechnen“, sagt Grubmüller und lacht.

Schampus – inklusive Dom Pérignon

Mit Champagner kennt sich Erhard van Straaten (73) gut aus. Er hat drei Flaschen gekauft – eine davon ein Dom Pérignon aus dem Jahr 1995. „Normalerweise kostet eine dieser Flaschen 300 Euro“, erzählt er. Van Straaten hat für drei Flaschen 270 Euro gezahlt – ein Schnäppchen. Trinken will er die edlen Tropfen mit seiner Familie. „Zum Genuss“, wie er sagt. Wohl bekomm’s!

Morgen können Sie sich den Terminator kaufen

Eine von Thomas Gottschalk gestaltete Christbaumkugel? Eine Fotografie mit Terminator Arnold Schwarzenegger? Das und noch viel mehr gibt es morgen bei einer Versteigerung (ab 19 Uhr, Vorbesichtigung ab 16 Uhr, auch schriftliche Gebote möglich, Anmeldung unter 089/89 04 86 73) in München zu ergattern. Hinter der Auktion für einen guten Zweck in der Galerie Thomas Modern (Türkenstraße 16) steht die Initiative „Artists for Kids“. Filmproduzent Bernd Eichinger († 2011, Nirgendwo in Afrika) gründete das Jugendhilfeprojekt vor 17 Jahren zusammen mit seinem Kollegen Thomas Peter Friedl. Society-Reporterin Marie Waldburg (68, u.a. Ex-Bunte) hat mehrere Exponate zur Verfügung gestellt. 

„Die Christbaumkugeln von Otto Waalkes und Thomas Gottschalk (Rufpreis je 50 Euro) habe ich selbst bei einer großen Unicef-Charity im Seehaus ersteigert und finde es super, wenn sie wieder neue Besitzer bekommen“, sagt sie. Auch das Schwarzenegger-Foto am Königsplatz (Rufpreis 400 Euro) stammt aus ihrem Besitz. Und es gibt noch mehr.

Requisite

Helmut Dietls Witwe Tamara (52) steuert zur Auktion eine Requisite aus dessen Satire „Schtonk“ (1992) bei. Versteigert wird die Mappe (Rufpreis 100 Euro), mit der sich die Stern-Chefredaktion rund um Götz George brüstet, mit den Hitler-Tagebüchern den Fang des Jahrhunderts gemacht zu haben. Tamara Dietl: „Bernd Eichinger verdanke ich, dass ich den Helmut bei einem Drehbuchgespräch kennenlernte.“

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