Er kämpft für eine Brücke am Giesinger Berg

Matthias Rajmann zeigt, wo die Brücke den Giesinger Berg überspannen soll

München - Der Münchner Dokumentarfilmer Matthias Rajmann (47) kämpft für eine Radler- und Fußgängerbrücke über den Giesinger Berg, damit es Radler und Fußgänger dort sicherer, einfacher und schöner haben.

Der Giesinger Berg ist eine für Autofahrer ausgebaute Ein- und Ausfallstraße mit einem Verkehrsstern an Icho- und Silberhornstraße, der für Radler und Fußgänger schier unüberwindlich ist. „Die Verkehrssituation am Giesinger Berg ist für Fahrradfahrer und Fußgänger absurd“, so der Giesinger Rajmann, der gleich um die Ecke wohnt. „Wenn ich mit meinem Sohn Richtung Grünwald radeln möchte, muss ich laut städtischem Internet-Radroutenplaner den steilen Serpetinenweg zum Kolumbusplatz hinabfahren, vor bis zur Pilgersheimer Straße und drüber, über die Humboldtstraße und die Pilgersheimer zurück und dann den Giesinger Berg wieder hoch.“ Dabei müssen 14 Fahrbahnen überquert und ein Kilometer Strecke Umweg gemacht werden, um die 25 Meter breite Straße zu umgehen. Die einzige Alternative wäre die dunkle und schmutzige Unterführung unter der Ichostraße. Rajmann: „Da müsste ich beide Fahrräder die Treppen runter- und auf der anderen Seite wieder hochtragen.“

Der Giesinger Berg bildet darüberhinaus die einzige Lücke im Isarhochufer-Radweg zwischen Harlaching und Gasteig. Rajmann: „An der Candidstraße, am Eisenbahn-Südring, am Nockherberg sowie an der Gebsattelstraße gibt es Brücken, nur am Giesinger Berg nicht. Dabei sieht die Stadt die Strecke als Radl-hauptroute vor!“

Zwar hat sich der Stadtrat bereits mit dem Thema befasst, indem er den Giesinger Berg in eine Liste wünschenswerter Radler- und Fußgängerbrücken aufnahm, die nach Priorität sortiert werden sollen. Zudem sollte Anfang dieses Jahres eine Machbarkeitsstudie vorliegen. Rajman: „Doch bislang hat man davon nichts gehört.“ Darum suchte Rajmann selbst einen Ingenieur, der sich mit Brückenbau auskennt und wurde mit dem Münchner Büro Karl+Probst Architekten fündig. Die Planer entwarfen eine Brücke, die den Giesinger Berg mit einem Knick überwindet. „Damit würde Rücksicht auf das Baudenkmal der Heiligkreuzkirche genommen“, so Rajmann. Es müssten auch nicht viele Bäume weg. „Auf der Südseite entstünde sogar ein kleiner Baumwipfelpfad.“ Teure Rampen wären nicht nötig. Die Kosten schätzt das Architekturbüro auf 1,2 bis 1,4 Millionen Euro. Rajmann: „Wenn die Stadt ihrem Ziel, Radlhauptstadt zu werden, näher kommen will, sollte ihr es das Geld für Brücke wert sein.“

Johannes Welte

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