Kaffee Giesing: Aus für Weckers Kult-Kneipe

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Viele bekannte Künstler gingen an der Bergstraße ein und aus. Ende Mai ist Schluss.

München - Schon wieder stirbt ein Kult-Lokal: Ende Mai schließt das Kaffee Giesing in der Bergstraße - nach 28 Jahren! Liedermacher Konstantin Wecker, dem die Kneipe einst gehörte, blickt zurück.

Vertrag nach 28 Jahren nicht verlängert - Liedermacher blickt zurück  Der Münchner Merkur hat mit dem Liedermacher Konstantin Wecker (64) gesprochen, der die Kneipe eröffnet und damit in den achtziger Jahren viele Künstler angezogen hat. In zwei Wochen muss sich die aktuelle Wirtin Iris Holste eine neue Kneipe suchen, ihr Pachtvertrag wird nicht verlängert.

Konstantin Wecker eröffnete das Kaffee Giesing im Jahr 1984.

Eine Goldgrube war das Kaffee Giesing zumindest finanziell aber schon in den Hochzeiten unter Wecker (1984 bis 1995) nicht, wie Wecker selbst sagt: „Ich war nie ein Geschäftsmann, und das Kaffee Giesing war ein teures, aber sehr schönes Hobby.“ Finanziert hat er die Bar damals vor allem durch seine Tourneen. Aus kultureller Sicht aber war das Lokal viel bedeutsamer. Wecker: „Es war eine Zeit, in der die Kleinkunst - Live-Musik vor allem - noch eine große Chance hatte. Wenn ich überlege, dass Pur bei uns gespielt haben ...“ Die Liste der prominenten Namen ist lang: Hubert von Goisern mit seinen Alpinkatzen war da, Franz Josef Degenhardt, der Brenner Hansi. „Bei uns sind viele arrivierte Künstler aufgetreten, und eben auch viele, die auf dem Sprung zur Berühmtheit waren“, sagt Wecker. Auch Willy Astor hat hier seine ersten Gehversuche gemacht. Weckers Freunde wie Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt und Hannes Wader halfen kräftig mit. Es sei damals nicht nur um Kunst, sondern auch um Politik gegangen und es habe viele Diskussionen gegeben. „Zehn Jahre war das Kaffee Giesing ein Ort der Begegnung. Eine tolle, spannende und lebendige Zeit.“

Unter der Wirtin Iris Holste ist die Bühne aber nicht verstaubt. Bis zum 31. Mai sind noch Veranstaltungen geplant. Unter Monat „Juni“ steht auf der Internetseite: „Das war’s. Vorläufig. Wir müssen schließen, sind aber auf der Suche nach einem „neuen-alten“  Kaffee Giesing.“ Das wäre auch im Sinne des Schöpfers Konstantin Wecker. Er sagt: „Es gibt heute wieder eine Bewegung junger Liedermacher. Deshalb wäre es sehr wichtig, dass es so einen Laden auch noch weiterhin gibt.“

tz

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