Stadt fährt harte Geschütze auf

Ameisen-Plage: Diese Spielplätze sind gesperrt

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Chemisch angereichertes Wasser hat die Stadt getestet. Die Ameisen lassen sich davon aber nicht auf Dauer vertreiben. Die Formica Fuscocinerea ist hart im Nehmen.

München - Auch in diesem Jahr sind viele Kinderspielbereiche von Ameisenvölkern befallen. Die Stadt setzt fossile Meeresalgen, aber auch die chemische Keule gegen die Insekten ein.

Formica Fuscocinerea heißt die Ameisenart, die schon seit mehr als zehn Jahren Münchens Spielplätze bevölkert und sich partout nicht vertreiben lässt. Mittlerweile sind einzelne Flächen so stark befallen, dass sie kaum mehr benutzt werden können. Deshalb fährt das Baureferat jetzt harte Geschütze auf: Ein Fachunternehmen für Schädlingsbekämpfung soll mit chemischen Mitteln gezielt gegen die sechsbeinigen Insekten vorgehen. Dafür müssen bis zum 12. Juli einige Spielplätze jeweils drei Tage lang gesperrt werden. In dieser Zeit bewacht die Grünanlagenaufsicht die betroffenen Plätze.

Bisher hatte das Baureferat darauf verzichtet, auf Spielplätzen Chemie anzuwenden. Nachdem aber wie berichtet alle alternativen Methoden wirkungslos geblieben waren, hat das Baureferat in den Außenlagen verschiedener Kindertagesstätten und auf Spielplätzen eine chemische Ameisenbekämpfung getestet. Drei Jahre lang wurden alle möglichen Methoden ausprobiert. Nun haben das Baureferat, das Referat für Bildung und Sport sowie das Referat für Gesundheit und Umwelt zusammen mit den Elternbeiräten entschieden, eine Doppelstrategie anzuwenden: Fossile Meeresalgen sollen die Krabbler auf den Sandflächen vergrämen. Zusätzlich wird direkt in die Öffnungen der Ameisennester eine chemische Substanz gespritzt. So sollen die Mengen des Gifts möglichst gering gehalten werden. Der Einsatz von Chemie klingt zunächst erfolgversprechend: 90 bis 95 Prozent der Ameisen waren bei den Tests unmittelbar nach den Bekämpfungsmaßnahmen verschwunden. Eine endgültige Lösung ist trotzdem nicht in Sicht: Es ist wahrscheinlich, dass die Insekten wieder zurückkommen.

Christina Hertel

Diese Spielplätze sind von den Sperrungen betroffen

- Mettenanlage;

- Winzererstraße/Ecke Elisabeth Straße;

- Kölner Platz;

- Stuntzstraße;

- Walter-Meckauer-Weg;

- Brabanter Straße;

- Apenrader Straße;

- Theodor-Kober-Straße;

- Truchthari-Anger/Haniklstraße;

- Seidyizplatz;

- Hengelerstraße;

- Chemnitzer Platz;

- Herbergstraße;

- Bockdornstraße/Krempelhuberplatz;

- Christoph-von-Gluck-Platz;

- Karl-Richter-Straße/Heidepark;

- Stiftsbogen/Ecke Wolkerweg;

- Holzapfelkreuter Str.

- Specklinplatz;

- Achenseeplatz;

- Annette-Kolb-Anger;

- Karl-Marx-Ring/Nähe Emil-Nolde-Straße;

- Kasperlmühlstraße;

- Am Graben/Spielplatz neben KiTa;

- Redlinger Platz;

- Schmidbauerstraße;

- Kustermannpark;

- Untersbergstraße;

- Miesbacher Platz;

- Westpark;

- Thuillestraße/ Ecke Plänschweg;

- Thuillestraße/Ecke Karwinskistraße;

- Sponeckplatz;

- Tschaikowskystraße;

- Mainaustraße;

- Zwernitzer Straße;

- Limesstraße;

- Lucia- Popp-Bogen;

- Daudetstraße.

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