OB-Kandidat Schmid schaltet sich ein

Der erbitterte Kampf um die 1860-Turnhalle

Die Turnhalle an der Auenstraße.

München - Der Kampf um die Löwen-Halle in der Auenstraße spitzt sich zu. Nun mischt sich OB-Kandidat Josef Schmid in den Streit ein und präsentiert eine Alternative - die muss aber noch geprüft werden.

Josef Schmid steigt für die Löwen-Boxer in den Ring

Wie geht es weiter mit den Boxern des TSV 1860 München? Die Stadt will sie vor die Tür ihrer Heimstatt im alten Löwen-Turnsaal an der Auenstraße setzen (tz berichtete). Jetzt steigt CSU-Oberbürgermeisterkandidat Josef Schmid für die Sportler in den Ring. Und auch die Goldgrund-Satiriker sowie der Stadtbezirks-Chef wollen die Faustkämpfer retten.

Weil die benachbarte Wittelsbacherschule die Nachmittagsbetreuung ausbauen will, soll der Platzbedarf auf Kosten der 60er-Boxer gedeckt werden. Die Stadt will die Turnhalle, in der sie einen eigenen Raum für die Sandsäcke und ihren Boxring haben, sanieren oder sogar abreißen und neu bauen. Für die Boxer wäre danach kein Platz mehr, heißt es. Dabei trainieren hier vor allem Jugendliche, auch aus schwierigen Verhältnissen, das Bundesinnenministerium fördert die Sparte als anerkannten Stützpunktverein 2013 Integration durch Sport. Auch vom Bau einer Tiefgarage für Lehrkräfte ist die Rede, dann müsste die Halle auf jede Fall weg.

Abreißen "macht nicht nur unsere Stadt geschichts- und gesichtslos"

Viele Nachwuchs-Sportler trainieren in der Löwen-Turnhalle

CSU-Fraktionschef Schmid will die Löwen-Boxer retten und hat dabei das städtische Grundstück neben der Halle im Auge. Hier steht ein Kinderhort, nur ein Erdgeschoss hoch. Schmid will prüfen lassen, ob man das Gebäude nicht aufstocken und so den Raumbedarf für die Mittagsbetreuung decken kann. Der Fraktionschef reicht heute einen entsprechenden Prüfantrag im Rathaus ein. Schmid: „Das Ziel muss sein, trotz des berechtigen Platzmehrbedarfs aufgrund des zu begrüßenden Ausbaus der Ganztagsbetreuung an der Mittelschule die innerstädtischen Boxtrainingsgelegenheit zu erhalten und den Betrieb auch in der Zukunft zu ermöglichen.“ Auch der Bezirksausschuss-Vorsitzende Alexander Miklosy (Rosa Liste), will dem Verlust der Trainingshalle für die Boxer nicht tatenlos zusehen: „Auf jeden Fall muss es einen Ersatz für die Abteilung geben, wenn sie schon nicht in der Halle bleiben kann.“

Auch Grisi Ganzer von der Satire-Aktion Goldgrund, die jüngst ein leerstehendes städtisches Haus an der Pilotystraße besetzt hatten, findet: „Unrenovierbar? Das haben wir von der Verwaltung jetzt schon oft genug gehört. Doch funktionierende Gebäude abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, macht nicht nur unsere Stadt geschichts- und gesichtslos. Es ist auch eine gigantische Verschwendung von Ressourcen und Steuergeldern.“

Johannes Welte

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