Kampf um Kleinod

Kino Solln vor dem Aus - Münchner will Lichtspielhaus retten

Stoff-Teddybär sitzt auf Sitzecke mit Tischen und Lampen
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Seit 1995 gibt es das Kino Solln. Jetzt steht das Lichtspielhaus vor dem Aus. Rechtsanwalt Hildebrecht Braun sieht allerdings auf planungsrechtlicher Ebene einen Weg, das Traditionshaus zu retten. 

Diese Nachricht hat viele Sollner erschüttert: Ihr Stadtteilkino – das letzte im Münchner Süden – steht vor dem Aus. Doch das Lichtspielhaus könnte gerettet werden, sagt ein Münchner Rechtsanwalt. Er appelliert an die Stadt.

Die Eigentümerin, die Sedlmayr Immobilien-Gruppe, plant, anstelle der Filmkunststätte an der Sollner Straße 43a Wohnungen und einen Laden zu errichten. Ein entsprechender Antrag zur Nutzungsänderung bei der Lokalbaukommission ist eingereicht. Doch es regt sich Widerstand im Viertel. Alteingesessene Sollner wollen das drohende Ende des traditionsreichen Lichtspielhauses nicht so einfach hinnehmen.

Rechtsanwalt: „Kino ist für die Lebensqualität im Münchner Süden von größter Bedeutung“

Einer von ihnen ist Hildebrecht Braun. „Die Betreiber des Kinos haben über viele Jahre für kulturelle Highlights gesorgt, die für die Lebensqualität im Münchner Süden von größter Bedeutung sind“, betont der Rechtsanwalt, der für die FDP viele Jahre im Stadtrat und im Bundestag saß. „Ein erneuerter Gasteig kann nicht unsere wenigen verbliebenen Filmkunstkinos ersetzen. Wir brauchen beides“, sagt er.

Will das Kino retten: Hildebrecht Braun

In einem offenen Brief bittet Braun die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Stadtrat um Hilfe: „Die Stadt kann das Kino in Solln erhalten“, ist er überzeugt. Voraussetzung dafür sei, dass der Flächennutzungsplan so geändert werde, dass für das Gebäude in der Sollner Straße 43a die Vorgabe „Sonderfläche kulturelle Nutzung“ festgeschrieben und darauf basierend ein vorhabenbezogener Bebauungsplan beschlossen werde, der den Eigentümer zur kulturellen Nutzung verpflichte. „Es mag sein, dass der gewünschte Bebauungsplan eine Reduzierung des vorhandenen Baurechts und damit eventuell eine finanzielle Ausgleichspflicht gegenüber dem Eigentümer nach sich zieht“, so Braun. Er hält eine derartige Investition in die Kulturlandschaft des Münchner Südens „aber ohne Weiteres für gerechtfertigt“. Schließlich komme sie weit mehr als 100?000 Menschen zu Gute. Das kulturelle Angebot im Süden sei ohnehin „dürftig“. Jüngster Verlust: die Iberl Bühne. Das Ensemble um den an Neujahr verstorbenen Theatermacher Georg Maier war 2014 aus Solln weggezogen.

2025 läuft der Mietvertrag aus

Das Kino soll bis 2025 weichen. Dann läuft der Mietvertrag aus. Hildebrecht Braun hofft, dass Politiker und Verwaltung in der Zwischenzeit aktiv werden. „Die Stadt hat genug Zeit, um die planungsrechtliche Voraussetzung für den Erhalt des Kinos zu schaffen“, meint er.

Betreiberin: „Corona hat ein Loch in die Kasse gerissen“

Tatsächlich hat die Pandemie auch dieses Kino hart getroffen. „Corona hat auch bei uns ein Loch in die Kasse gerissen“, sagt Cornelia Green von der Betreibergesellschaft Omaha Film. Deshalb versuche der Betreiber, mit dem Vermieter eine Einigung „zur Anpassung der Miete“ zu erzielen, so Green. Keine einfache Voraussetzung. Aber: „Wir sind nach wie vor hoffnungsvoll, dass uns das gelingen wird. Dieses Kino ist das letzte im Süden und unser Herz hängt daran.“

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