Brutale Attacke vor dem Crowns Club

Kampfsportler prügelt Kumpel ins Koma

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Jannick K. (20).

München - Er stählte seinen Körper jahrelang mit Taekwondo, brachte es bis zum schwarzen Gürtel. Vergangenen Sommer haben die Fäuste von Jannick K. (20, alle Namen geändert) einen Spezl aber fast das Leben gekostet!

Im Streit schlug er Ali Y. (23) am 6. Juli 2014 immer wieder gegen den Schädel, bis dieser ins Koma fiel. Der lächerliche Grund: Er hatte mit K.’s Schwester im Crowns Club an der Rosenheimer Straße getanzt.

Der Crowns Club in der Rosenheimer Straße: Hier feierte Jannick K. (20), bevor er seinen Spezl brutal attackierte.

Hirnblutungen, Platzwunden, Hämatome und ein Schädel-Hirn-Trauma zweitens Grades: Diese Horror-Verletzungen listet die Anklage der Staatsanwaltschaft auf. Jetzt wird Jannick K. wegen versuchten Mordes der Prozess gemacht! Denn er hat Ali Y. nicht nur fast zu Tode geprügelt, sondern trat und sprang auch gegen dessen Schädel. Die Fußspuren zeichneten sich deutlich im Gesicht des Opfers ab, wie ein Polizist vor Gericht aussagt. Videoaufzeichnungen zeigen, wie Jannick K. nach der brutalen Attacke gegen 4.48 Uhr seelenruhig zurück in den Club geht. Dreist: Als die Polizei anrückt, behauptet er, sein Spezl sei betrunken gestürzt.

Zum Prozessauftakt lässt K. seinen Verteidiger Sewarion Kirkitadse eine Erklärung verlesen: „Mein Mandant wurde durch einen Schubser provoziert. Erst danach hat er mit der Faust zugeschlagen, zwei bis drei Mal.“ Zu keinem Zeitpunkt sei Jannick K. davon ausgegangen, dass seine Schläge tödliche Folgen haben könnten. „Der ganze Vorfall tut ihm unheimlich Leid. Er hat in der Auseinandersetzung überreagiert und möchte sich entschuldigen.“

Was er bei seinem Opfer wirklich angerichtet hat, zeigt sich erst, als Ali Y. in den Zeugenstand tritt. Mit tränenerstickter Stimme erzählt der junge Mann: „Es passte Jannick nicht, dass ich mit seiner Schwester so eng war. Wir rieben uns im Takt auf der Tanzfläche. Da schaute er wütend.“ Draußen vor der Tür habe er plötzlich einen harten Schlag auf den Hinterkopf gespürt. „Ich dachte, ich sterbe“, sagt Ali Y.

Fünf Tage lang liegt Ali Y. im Koma, wegen der lebensgefährlichen Verletzungen wird er auf der Intensivstation behandelt. „Als ich im Krankenhaus aufgewacht bin, konnte ich meine Augen nicht mehr öffnen, weil sie so geschwollen waren. Ich hatte Panik, dass ich blind bin. Mein ganzer Körper war wie gelähmt.“ Noch heute leidet das Opfer unter Schlafproblemen und Angstzuständen, ist schwer traumatisiert. „Ich traue mich kaum noch unter Menschen.“

Für die brutale Attacke droht Jannick K. jahrelang Knast. Der Prozess dauert an.

Andreas Thieme

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