Kapitol nach Mord wieder geöffnet

Die Gedanken sind bei Natallia

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Die schöne Natallia (35) wurde von Jurij Schakura (44) aus Eifersucht ermordet.

München - Die Tabledance-Bar Kapitol in der Arnulfstraße hat nach dem Mord an Natallia G. wieder geöffnet. Die Rückkehr zur Normalität fällt aber schwer.

Der erste Abend, das war für uns alle der härteste“, sagt Tobias W., Chef der Tabledance-Bar Kapitol in der Arnulfstraße. Jenem Nachtlokal, in dem der Weißrussin Natallia G. (35) vor zwei Wochen ihr junges Leben genommen wurde. Die Bardame und Geschäftsführerin war von Jurij S. (44) offensichtlich wegen verschmähter Liebe erstochen worden. Bereits drei Tage nach dem Mord an Natallia wurde der Russe von der Polizei in Dresden gefasst. Er hat die Tat gestanden und sitzt in Untersuchungshaft.

Das Kapitol ist jetzt wieder geöffnet: „Unser Leben, unsere Arbeit muss weitergehen. Den finanziellen Ausfall hätten wir nicht mehr länger durchhalten können“, erklärt W. und fährt fort: „Die Mitarbeiterinnen waren am ersten Tag sehr tapfer und haben es den Umständen entsprechend gut gemeistert.“ Von Tag zu Tag würde die Stimmung im Team besser werden, erklärt der Chef. „Auch wenn Natallia und ihr schrecklicher Tod natürlich allgegenwärtig sind: Immer wieder tauchen Situationen im Lokal auf, da denken wir sofort an sie – und dann reden wir auch über sie. Ich denke, das ist für ihre Kolleginnen und Freundinnen die beste Art, damit umzugehen. Denn vergessen werden und können wir Natallia nicht. Wir alle haben Natallia in sehr guter Erinnerung.“

Froh ist Tobias W. vor allem, dass sich keine Schaulustigen nach der Wiedereröffnung eingefunden hätten. Nun hofft das Kapitol-Team, dass die Stammgäste auch bald wieder in der Bar einkehren. „The show must go on“, sagt W.. „Auch wenn das makaber klingt.“

LAY

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