Modezar hält Hof

Video: Lagerfeld eröffnet zwei Shops in München

München - Meistermodemacher Karl Lagerfeld hat jetzt zwei Läden in München aufgemacht, die seinen Namen tragen. Zur feierlichen Eröffnung kamen Promis, Models und geladene Gäste.

Mittwochabend in den Fünf Höfen, Maffeistraße: München erwartet Karl. Alle wollen ihn sehen, den Meister der Mode, den Pariser Couturier, König Karl. Auf Lagerfeld warten tut man doch gerne. Schließlich ist der 79-Jährige exzentrischer als seine Mode. Und wann kommt man der getönten Brille, den Nietenhandschuhen und dem gepuderten Zopf schon einmal so nahe?   Als er der Limousine entsteigt, teilt sich die Menge. Unzählige Schaulustige sind gekommen, Autogrammjäger und Fans der Lagerfeld-Mode.

Die geladenen Gäste sind offenbar auch alle Fans - die Kleiderordnung hält sich ohne Vorschrift weitestgehend an Schwarz und Weiß. „Ich bewundere ihn sehr; seine Geist, seine Krativität“, schwärmt etwa Schauspielerin Sunnyi Melles - „er ist ein Genie.“ Ähnlich begeistert ist Verona Pooth: Ihr Brautkleid ist ein Lagerfeld-Modell, „eingeschweißt und vakuumverpackt hängt es immer noch in meinem Schrank“.

Gleich zwei Shops hat der Meister jetzt in München: Bei Lagerfeld (Maffeistr. 6) gibt es exklusive Herrenmode wie Cashmeremäntel, Anzüge und Seidenschals. Bei Karl Lagerfeld (Maffeistr. 5) warten auf 120 Quadratmetern etwas preisgünstigere Mode und vor allem jüngere und rockigere Accessoires auf Kundschaft. Eine breitere Käuferschicht wolle er damit erreichen, sagte er kürzlich in einem Interview. Die Kollektion sei sein „jetziger Geschmack und Stil und eine Reflektion dessen, von dem ich vermute, wie eine große Anzahl von Leuten heute gekleidet sein möchte.“

Promi-Auflauf bei der Eröffnung der Münchner Lagerfeld-Shops

Promi-Auflauf bei der Eröffnung der Münchner Lagerfeld-Shops

Deshalb gibt’s auch schon Shirts ab 60 Euro. 300 Euro ist die Obergrenze bei der Kollektion. Viel Schwarz mischt sich mit Nieten, Schnallen, Leder und Glanz-optik. Die Silhouette ist so schmal wie Karl selbst: Röhrenhosen, taillierte Jacken, enge Hemden. Wer da nicht reinpasst, für den hält man ein großes Sortiment an Fan-Artikeln bereit. Lagerfeld hat sich selbst zur Ikone gemacht. Plastikpuppen, T-Shirts, iPhone-Hüllen - überall prangt einem sein stilisiertes Konterfei mit dem hohen Hemdkragen, der Brille, dem Zopf entgegen.

Schon am Eröffnungsabend sind die Artikel heiß begehrt - die meisten Gäste stehen noch unter dem Eindruck der Vox-Dokumentation, die vorher im Gloria-Kino lief. Lagerfeld, dem übrigens den ganzen Abend lang ein Glas mit Cola-Light hinterhergetragen wurde, hat sie sich auch angesehen und für gut befunden. Obwohl er, wie er der tz verriet, „Filme über mich selbst hasse“. Begründung? „Ansonsten würde ich noch den letzten Rest meiner Natürlichkeit verlieren.“

Am kommenden Samstag läuft Karl Lagerfeld - Mode als Religion im Abendprogramm, allerdings dann in voller, vierstündiger (!) Länge. Bei Karl ist eben alles ein wenig außergewöhnlicher …

MZ

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

So nahm die Münchner Polizei den Einbrecher-Clan hoch
So nahm die Münchner Polizei den Einbrecher-Clan hoch
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen

Kommentare