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Probealarm: In ganz Bayern heulten um 11 Uhr die Sirenen - warum ausgerechnet München nicht mitmachte

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Von: Veronika Mahnkopf

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Nach dem Regen kommt die Sonne: München steht nach dem Wochenende ein Wetter-Umschwung bevor.
Die Landeshauptstadt beteiligt sich nicht am bayernweiten Warntag. © Rolf Poss/Imago

Am 12. Mai ertönen in ganz Bayern die Sirenen zum Test und zur Übung im Katastrophenfall. Nur in München bleibt es wieder still - in diesen Zeiten ein Problem, finden manche.

München - Am 10. März war alles noch ganz frisch, man wollte niemanden unnötig verunsichern: Bayern entschloss sich damals, den geplanten, landesweiten Probealarm zu verschieben. Schließlich hatte der Ukraine-Krieg gerade begonnen, die ersten Flüchtlinge kamen in Bayern an und die Menschen hierzulande waren extrem verunsichert.

Probealarm in München - ohne Sirenen

Nun also, am Donnerstag, 12. Mai, soll der Probealarm nachgeholt werden. So soll die Bevölkerung üben, wie sie sich im Katastrophenfall verhalten soll. Und wie auf diesen Katastrophenfall überhaupt aufmerksam gemacht wird.

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In ganz Bayern ertönen dazu am Donnerstag ab 11 Uhr die Sirenen - vom kleinsten Landkreis bis zu den großen Städten. Nur in München nicht. Die Landeshauptstadt macht bei dieser Übung nicht mit, teilt das Kreisverwaltungsreferat Branddirektion auf Nachfrage mit. Die Stadt hat nämlich gar keine Sirenen mehr - ein Umstand, der schon mehrfach für Kopfschütteln sorgte.

Probealarm in Bayern am 12. Mai: München hat keine Sirenen mehr

Seit Ende des Kalten Krieges wurden die Sirenen der Stadt nach und nach abgebaut. Richtig aufgefallen ist dies erst, als im Zuge der Corona-Pandemie die Bevölkerung Münchens mittels Lautsprecherdurchsagen informiert wurde, doch bitte zuhause zu bleiben. Im September 2020 dann übte ganz Deutschland den Katastrophenfall und Sirenen heulten - außer eben in München.

Für CSU-Vize Hans Theiss kein tragbarer Zustand: „Ein ertüchtigtes Netz von Sirenen dürfte am effektivsten sein, da so wirklich alle Menschen erreicht werden können. Ein weiteres Argument hierfür ist, dass eine neue Art Kalter Krieg bevorsteht, wie der Ukraine-Krieg schmerzhaft zeigt.“

Bayernweiter Probealarm: Sirenen in München sollen reaktiviert werden

Die Stadt wollte im März 2022 prüfen, wie eine Warnung der Münchner funktionieren könnte. Und ob alte Sirenen eventuell reaktiviert werden könnten. Freilich werde auch in München über Apps wie Katwarn und über Lautsprecherdurchsagen gewarnt. Am kommenden Donnerstag aber nicht, schließlich sei das „Alarmsystem im Dauereinsatz“, heißt es von Seiten der Branddirektion. Zum Beispiel bei Bombenfunden oder großen Bränden. Dies reiche aber einfach nicht aus, hieß es zum Beispiel aus der CSU bereits 2020.

Der Münchner Stadtrat wolle sich nun noch vor der Sommerpause, so heißt es aus dem Kreisverwaltungsreferat auf Nachfrage, „intensiv und umfassend mit dem Thema Bevölkerungsschutz und der Warnung der Bevölkerung befassen“. Die zu Grunde liegende ausführliche Beschlussvorlage werde derzeit von der Verwaltung erarbeitet.

Im September 2022 soll wieder ein bundesweiter Probealarm stattfinden. Vielleicht ist die Stadt München dann diesmal dabei.

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