Ex-Bayern-Kicker fordert Schadenersatz

Katholik sein ist teuer - Luca Toni vor Gericht

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Luca Toni sagte vor Gericht aus.

München - Bei seinem zweiten Anlauf wegen einer Schadenersatzklage sagte Ex-Bayern-Stürmer Luca Toni erstmals selber aus - und sorgte mit seinen Problemen mit der Kirchensteuer für Lacher.

Der Fußballer verklagt seine ehemaligen Berater auf Schadensersatz, weil er 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer nachzahlen musste – und angeblich bei den Behörden falsch angemeldet wurde. Nach seinem ersten Auftritt vor dem Oberlandesgericht Ende März gab es kein Ergebnis. Darum musste Toni am Mittwoch in die Verlängerung.

Ex-Bayern-Stürmer Luca Toni hat seine Berater verklagt, weil er 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer nachzahlen musste.

„Ich wusste nicht, dass man hier so viel Geld bezahlen muss, um Katholik zu sein“, sagte Toni. Aus Italien kenne er keine Kirchensteuer. „Für mich war in München 2007 alles neu, als ich aus Florenz kam“ Der FC Bayern habe ihn bei der Anmeldung unterstützt, ein Dolmetscher war stets dabei. „Ich wurde ins Büro von Frau Potthoff (die frühere Hoeneß-Sekretärin, Anm. d. R.) gerufen“, erzählt der Weltmeister. Sie habe ihn gefragt, ob er noch heiraten wolle, während er für den FCB spielt. „Sie sagte mir, dass ich so Geld spare. Aber das war mir egal, ich hatte beim Club ja eine Nettolohn-Vereinbarung. Und keine Ehe geplant.“ Sieben Millionen Euro verdiente Toni pro Jahr. Mit Handgeld, Prämien und Werbung sogar 43 Millionen zwischen 2007 und 2009. Damals Rekord!

Nach seiner Religionszugehörigkeit sei er zu Anfang nie gefragt worden. Aber: „Mir wurden viele Unterlagen hingelegt. Ich habe einfach unterschrieben.“ Zum Dolmetscher habe er gesagt: „Mach schnell, ich will spielen.“ Um das Finanzielle kümmerten sich Tonis Angestellten, darunter ein Münchner Steuerberater.

Er selbst habe von nichts gewusst. „Wir Spieler sprechen über alles, aber nicht über Steuern“, sagte Toni. „Ich wusste auch nicht, was die Kollegen verdienen. Wichtig war, dass ich verdiene.“ Die Steuern hätte er lieber an ein Waisenhaus verschenkt. „Wer an Gott glaubt, muss nicht unbedingt an die Kirche zahlen“, sagt Toni. Ob Richter Johannes Nagorsen das auch so sieht? Entscheidung vertagt.

Thi

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