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Münchner Katholiken feiern Allerheiligen - die Geschichte einer ganz besonderen Heiligen

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Von: Claudia Schuri

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Auf dem Hochaltar in Maria Ramersdorf wird Maria als Königin dargestellt, erklärt Kunstexperte Norbert Jocher.
Auf dem Hochaltar in Maria Ramersdorf wird Maria als Königin dargestellt, erklärt Kunstexperte Norbert Jocher. © Marcus Schlaf

Am Montag ist Allerheiligen - und hunderttausende Katholiken in Bayern gedenken ihren Heiligen. Eine ganz besondere Rolle für die Kirche hat Maria, die Mutter Jesus. Sie gilt auch als Beschützerin Bayerns - und wird ganz besonders in Maria in Ramersdorf verehrt.

Die Kirche Maria Ramersdorf ist eine wichtige Wallfahrtskirche im Erzbistum München und Freising.
Die Kirche Maria Ramersdorf ist eine wichtige Wallfahrtskirche im Erzbistum München und Freising. © Marcus Schlaf

Der Marienplatz, die Mariensäule, der Dom zu unserer lieben Frau – die Heilige Maria ist in München allgegenwärtig. Einer der wichtigsten Marien-Wallfahrtsorte im Erzbistum München und Freising ist die Kirche Maria Ramersdorf. „Es ist eine Doppelwallfahrt mit einer Marien- und einer Kreuzwallfahrt“, erklärt Norbert Jocher von der Hauptabteilung Kunst im Erzbischöflichen Ordinariat.

Denn in Maria Ramersdorf gibt es eine besondere Reliquie: Einen Holzsplitter vom Heiligen Kreuz. Diesen soll Kaiser Ludwig der Bayer aus Rom mitgebracht haben. Im Jahr 1379 gab dann sein Sohn Herzog Otto V. die Reliquie an Ramersdorf weiter.

Auf einem Bild in der Kirche ist Maria mit einem Herz zu sehen.
Auf einem Bild in der Kirche ist Maria mit einem Herz zu sehen. © Schlaf

In der dortigen Kirche thront am barocken Hochaltar Maria mit Zepter und Krone als Himmelskönigin, das Jesuskind auf dem Schoß. Auf einem anderen Bild ist Maria mit einem Herz als Zeichen der Liebe zu sehen. Unter der Empore blicken die Apostel auf einem Bild in den Sarg von Maria – und finden statt des Leichnams nur Rosen. „Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen“, erklärt Jocher. Darauf deutet auch die neu gestaltete Turmkapelle mit viel Licht und bunten Farben hin.

Der Feiertag Mariä Himmelfahrt ist der Beginn des „Frauendreißiger“. Die folgenden 30 Tage bis zum Fest der Kreuzerhöhung am 14. September sind die wichtigste Wallfahrtszeit in Ramersdorf. „Die Zuflucht zu Maria war schon immer weit verbreitet“, sagt Jocher. „Als Mutter ist sie prädestiniert dafür, dass sich die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten an sie wenden.“

Maria gilt als Patrona Bavariae, als Beschützerin Bayerns. Das geht auf Kurfürst Maximilian I. zurück. Er ließ eine Medaille prägen, die Maria als Schutzherrin über der Landeshauptstadt zeigt, und er ließ 1616 an der Residenz eine überlebensgroße Statue aufstellen. Zudem gelobte er, ein „gottgefälliges Werk“ zu errichten, falls München und Landshut im 30-jährigen Krieg nicht zerstört werden – so entstand 1638 die Mariensäule auf dem Marienplatz. Auch bei den Bürgern nahm die Verehrung zu. „Noch heute sieht man viel Madonnen an den Fassaden der Häuser“, erklärt Experte Jocher.

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