Katie Melua in der Philharmonie: Die tz-Kritik

München - Kate Melua hat an zwei triumphalen Abenden in der ausverkauften Philharmonie bewiesen, dass sie viel mehr ist als nur eine niedliche Gitarrenflüsterin.

Mensch Katie, Kleines, bist du groß geworden! Mit 19 bezirzte Katie Melua die halbe Welt mit der hinreißend gehauchten Poesiealbum-Ballade Closest Thing To Crazy – und jetzt, mit 26, bewies sie an zwei triumphalen Abenden in der ausverkauften Philharmonie, dass sie viel mehr ist als nur eine niedliche Gitarrenflüsterin. Katie rockte, röhrte und swingte bisweilen, dass es eine Freude war. Motto: In die Ecke, Feenwesen, sei’s gewesen! Katie Melua ist nicht mehr die Alte – und das ist großartig so!

Es waren zwei dieser Abende, an denen alles stimmte – von der Vorband bis zur letzten Zugabe. Wobei die Vorband nur aus einem Mann bestand: Der israelische Musiker Yoav sampelt seine Gitarre und seine Stimme während des Auftritts, spielt dann mit sich selbst im Duett und braut daraus einen aufregenden Elektro-Ethno-Mix zusammen. Sein Falsett-Feger Club Thing müsste längst ein Welthit sein – grandios!

Katie Melua wickelte mit Closest Thing To Crazy ihre Fans gleich beim ersten Stück um die Finger – und zeigte danach, dass sie sich erfolgreich von Entdecker Mike Batt emanzipiert hat. Mit Batt war’s nett – doch die Stücke vom aktuellen Album The House, produziert von Elek­tronik-Guru William Orbit, sind moderner, schillernder.

The Flood erinnert an Ray Of Light, das sich Orbit für Madonna einfallen ließ. Und den Ballroom-Swing A Moment Of Madness gurrt Katie im schwarzen Baströckchen und mit Glitzertop so neckisch und lasziv wie nie. Am Ende dann natürlich die wunderbaren Nine Million Bicycles. Es kann so spannend sein, wenn in Peking ein Radl umfällt – aber nur, wenn Katie Melua darüber singt.

Jörg Heinrich

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