31 Katzen auf vier Quadratmetern - milde Strafe

München - 31 Katzen mussten auf vier Quadratmetern in einem Gartenhaus ihr Dasein fristen. Jetzt wurde das dafür verantwortliche Ehepaar zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch einer Schuld sind sich der 53-Jährige und seine Frau nicht bewusst.

Als Tierschützer das kleine Gartenhaus in Berg am Laim öffnen, steigt ihnen ein erbärmlicher Gestank in die Nasen. 31 Katzen hausen in dem gerade einmal vier Quadratmeter großen Holzverschlag. In den zwei Katzenklos stehen Urin und Kot 20 Zentimeter hoch. Die Tiere haben nichts zu trinken, gerade die fünf acht Wochen alten Kitten sind völlig abgemagert und zittern vor Kälte.

Inzwischen leben die Katzen woanders. Und deren vormalige Besitzer, ein arbeitsloses Ehepaar, ist nun vom Amtsgericht München zu Geldstrafen verurteilt worden. Wegen Tierquälerei müssen der 53 Jahre alte Erwin U. und dessen gleichaltrige Frau Karin (Namen geändert) 500 beziehungsweise 300 Euro zahlen.

„Ich bin auch für Tierschutz, aber man kann’s übertreiben“, erklärt Erwin U. vor Gericht. Er sei nach längerer Zeit im Gefängnis auf freien Fuß gekommen und habe eben noch keine Zeit gehabt, die Tiere anderweitig unterzubringen. Die Hütte habe einer Bekannten gehört und sei nur übergangsweise als Zuhause für seine Katzen gedacht gewesen.

2001 hatte sich das Paar vier Katzen der Rasse British Angora angeschafft, um diese zu züchten. „Wir waren auf Ausstellungen und haben viele Preise gewonnen.“ Doch im Mai 2007 erließ das Kreisverwaltungsreferat einen Bescheid, dass von damals 19 Katzen nur drei bleiben dürfen. Und diese, hieß es ausdrücklich, dürften „nicht vermehrungsfähig“ sein. Dennoch behielt das Paar die Tiere. Als dann die Wohnung gekündigt wurde, kamen die Katzen ins Gartenhaus.

„Bis der Tierschutz stürmte, war der Zustand der Katzen eigentlich gut“, beteuert Erwin U. „Die Frau hat sich gekümmert und oft dort übernachtet.“ Die Katzen hätten auf zu engem Raum gelebt, gibt Erwin U. zu, „aber sie wurden gehegt und gepflegt, schmusten und wollten nicht raus“.

Nicht nur der Raum sei zu klein gewesen, sagen Tierschützer, die eine Mindestfläche von 73 Quadratmetern für so viele Tiere als angemessen ansehen. Auch der Zustand des Gartenhauses sei unzumutbar gewesen. Eine Zeugin vor Gericht: „Der Boden war verkotet, es stank."

Bettina Link

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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