Katzenquäler-Prozess: Sturm der Entrüstung

Ernst K. aus Moosach

München - Am Donnerstag um 10 Uhr wird Rentner Ernst K. (74) beim Amtsgericht im Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße der Prozess gemacht. Ihn erwartet ein Sturm der Entrüstung.

Dieser Fall trieb Ende letzten Jahres bundesweit empörte Tierschützer auf die Barrikaden und hatte zur Folge, dass der Tierquäler Hals über Kopf floh und bis heute nicht in sein Haus in Moosach zurückgekehrt ist.

Demo gegen Katzenquäler von Moosach

Demo gegen Katzenquäler von Moosach

Am Donnerstag um 10 Uhr wird Rentner Ernst K. (74) beim Amtsgericht im Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße der Prozess gemacht. Bereits ab 8.45 Uhr hat der Münchner Tierschutzverein zu einer Protestdemo aufgerufen.

Rückblende: Am Vormittag des Heiligen Abend 2010 hörten Nachbarn aus dem Garten des Rentners und Vogelfreundes Ernst K. (74) das grauenhafte Kreischen einer Katze im Todeskampf. Der Blick über die Gartenmauer – ein Schock!

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Wieder und wieder richtete Ernst K. den scharfen Strahl des Gartenschlauchs auf den in einer Marderfalle gefangenen Nachbarskater Rocco. Erst als die Polizei eintraf, rückte K. den Kater heraus. Rocco lag klatschnass in einem Müllsack, atmete kaum und stieß bei Berührung leise Klagelaute aus. Er starb, bevor die Tierärztin eintraf.

Roccos Familie – Vater, Mutter und ein Kind – waren verzweifelt, Weihnachten und Silvester waren damit gelaufen. Der Hund der Familie sucht seinen Katerfreund noch heute. Am 11. Juli wurde Ernst K. im Zivilprozess zu 500 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Das will Familie O. dem Tierschutzverein spenden. Zudem musste er versichern, nie wieder ein Wirbeltier der Familie zu töten. Andernfalls drohen ihm bis zu 250 000 Euro Ordnungsgeld.

Am Donnerstag folgt der Strafprozess. Ernst K. muss sich wegen Tötung von Wirbeltieren in Tateinheit mit roher bzw. quälerischer Misshandlung sowie Sachbeschädigung verantworten. Im Tierschutzgesetz sind dafür bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafe vorgesehen.

Die Demonstration des Tierschutzvereins (Versammlung ab 8.45 Uhr vorm Löwenbräukeller; Anmeldung: info@tierschutzverein-muenchen.de oder Tel. 921000-59) beinhaltet „Sühne für Rocco“ und die Forderung nach dem Verbandsrecht, das Tierschutzorganisationen ein Mitspracherecht einräumen könnte. Nur so sehen Tierschützer die Möglichkeit, „willkürliches Handeln in Tierquälereifällen zu verhindern und dem Tierschutzgesetz zu umfassender Anwendung zu verhelfen.“

Dorita Plange

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