Comedian in München

tz-Kritik: Kay Ray - das war Kleinstkunst

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Kay Ray bei seinem Auftritt in München

München - Comedian Kay Ray legte im Schlachthof einen unübertrefflichen Auftritt hin - unübertrefflich in Sachen Geschmacklosigkeit und schlechter Kinderstube. Die tz-Kritik:

Der Mann mit dem grünen Lippenstift, gegen den in Darmstadt bereits ein Auftrittsverbot verhängt wurde, mühte sich nach Kräften, auch in München nicht mehr auf die Bühne zu dürfen. Er parodierte die sprachlich beeinträchtigte Monica Lierhaus, bezeichnete die aus einer Sinti-Familie stammende Marianne Rosenberg als „Zigeunerin“ und formte aus seinem Gemächt Tierfiguren. Wobei: Das war noch das winzigste Problem. Die Penisnummer erwies sich als Kleinstkunst, bereits aus Reihe drei war kaum mehr etwas zu erkennen.

Leidlich bekannt ist der 47-jährige Ex-Friseur, der eigentlich Kai Liedtke heißt, aus der ZDF-Anstalt. Liedtke wäre gern ein großer Provokateur, doch mangels Klasse reicht es nur zum armseligen Pöbler. Und so fordert er Christian Wulff auf, sich in Genf in die Badewanne zu legen, hält Eva Herman immer noch für ein aktuelles Thema und schwadroniert über die Konsistenz der Endprodukte seiner Ernährung.

Das Ende der schwülen Schmutzeleien erlebte der tz-Kritiker nicht mehr mit. Als ihn Liedtke als Vertreter der verhassten Presse identifizierte, setzte er sich zunächst dessen Brille als Gesicht auf seinen Kleinstkünstler – gottlob war Sagrotan zur Hand. Und als Liedtke mit schwarzer Haarfarbe auf den Kritiker losging, dieser die Friseurdienstleistung aber verweigerte, war’s genug. „Wer keinen Spaß hat, soll gehen“, pöbelte Liedtke, und der Kritiker ging. Verpasst hat er nichts. Kai Liedtke braucht kein Auftrittsverbot, Kai Liedtke braucht Hilfe.

Jörg Heinrich

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