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Nach Keimbefall: Naturbad Maria Einsiedel wieder geöffnet - „Wir hatten es schon vermisst“

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Von: Julian Limmer

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Badegäste freuen sich über ihre Rückkehr ins Maria Einsiedel.
Badegäste freuen sich über ihre Rückkehr ins Maria Einsiedel. © Markus Götzfried

Das Naturbad Maria Einsiedel öffnet nach fast einem Monat wieder seine Pforten. Nach einem Keimbefall leistete das Personal mithilfe von Experten ganze Arbeit.

München – Das Wasser schimmert grün und türkis unter dem fast wolkenlosen Himmel, eine leichte Sommerbrise weht durch die mächtigen Baumkronen, Schwimmer ziehen erste Bahnen durch das große Naturbecken. Ein Freudentag für alle Freibad-Fans! Endlich dürfen sie sich im Naturbad Maria Einsiedel wieder sonnen, können baden und schwimmen. Nach einer knapp einmonatigen Schließung wegen Keimbefalls hat das Bad gestern um 10 Uhr wieder geöffnet.

Maria Einsiedel öffnet wieder: Stammgäste überglücklich

„Wir hatten es schon vermisst“, sagt ein Badegast am Eingang. Im Bad selbst machten es sich einige ältere Münchner gleich im Schatten einer großen Weide auf Liegen bequem, im seichten Teil des Beckens planschten Kinder, ein 83-Jähriger übte sich neben dem Becken im Kopfstand: „Das weiche Gras und das tolle Ambiente sind perfekt geeignet für meine Yoga-Übungen“, schwärmt er.

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Die Freude war den Badegästen anzumerken – und auch dem Personal. Eine Mitarbeiterin des Bads begrüßte Gäste am Eingang mit: „Herzlich willkommen! Schön, dass ihr wieder da seid.“ Rund 70 Stammgäste rief das Badepersonal persönlich an, um ihnen die freudige Nachricht der Wiedereröffnung mitzuteilen. „Ein Traum“ sei das, wieder aufzumachen, sagt eine andere Mitarbeiterin.

Naturbad Maria Einsiedel von Keimbefall befreit: Magen-Darm-Erkrankungen drohten

Ein Badegast will von einer Mitarbeiterin wissen, was es denn nun für Keime waren, die für die Schließung sorgten. „Enterokokken und Kolibakterien“, sagt sie. Vor allem letztere können unter anderem Margen-Darm-Erkrankungen auslösen. Sowohl von Menschen als auch von Tieren wie Enten könnten sie in das Wasser des Bads gelangt sein, so die Mitarbeiterin.

Am 15. Juli wurde Maria Einsiedel deshalb vorsorglich geschlossen. Das Personal hat daraufhin intensiv, oftmals per Hand die Becken und die Badeinfrastruktur gereinigt. „Wir waren fleißig“, sagt die Mitarbeiterin. Der Einsatz von Chemie ist in dem Naturbad tabu! Immer wieder musste das Personal auch Enten und Gänse verscheuchen, die fühlten sich ganz ohne Gäste nämlich ziemlich wohl. „Sogar ein Jäger musste kommen“, so die Mitarbeiterin.

Während der Schließung standen die Stadtwerke zudem ständig im Austausch mit den Gesundheitsämtern – auch externe Fachleute wurden hinzugeholt. Letztendlich haben die Maßnahmen gewirkt, die Wasserproben verbesserten sich und liegen jetzt weit unter den Grenzwerten. Dem Badespaß steht so nichts mehr im Weg! Julian Limmer

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