Leistungsprogramm der MVG

Kein Ausbau 2020: Tram auf dem Abstellgleis

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Bei der Tram plant die MVG im kommenden Jahr keine Verbesserungen. Fahrer und Fahrzeuge fehlen, zudem benötigt der Schienenausbau mehr Zeit. 

Der öffentliche Nahverkehr bewegt sich am Limit, die Politik debattiert immer wieder über eine Verkehrswende. Eine Renaissance der Tram lässt aber auf sich warten: Im Leistungskatalog der MVG ist für das kommende Jahr kein Ausbau des Tramnetzes vorgesehen.

Bei der Tram wird es im nächsten Jahr keine Ausweitung des Angebotes geben. Das geht aus dem Leistungskatalog hervor, der kommende Woche im Stadtrat behandelt wird. Der Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Matthias Korte, bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung: „Neben den noch ausstehenden Verbesserungen sind im Moment keine neuen Maßnahmen geplant.“

Die Gründe dafür sind vielfältig, zum einen ist die Großbaustelle im Bereich Hauptbahnhof ein Faktor. Das Gleisdreieck im Norden wird 2020 erneuert und erweitert. „Künftig können die Züge dort auch von Ost und West, also von der Prielmayerstraße in die Arnulfstraße geradeaus durchfahren. Das macht uns an der Stelle wesentlich flexibler“, sagt Korte. Überdies wird vor dem Hauptbahnhof 2020/2021 das dritte Gleis verlegt.

Hinzu kommt, dass auch das Leistungsprogramm 2019 noch nicht in Gänze umgesetzt worden ist. Es fehlt an Personal und Fahrzeugen, die Avenio Trams sind erst mit Verspätung zugelassen worden (wir berichteten). „Zur Erweiterung des Angebots benötigen wir weitere neue Züge“, sagt Korte. Die MVG hatte vor einigen Tagen erst 73 neue Fahrzeuge bestellt, die werden aber voraussichtlich erst 2021 zum Einsatz kommen können.

Wie die Verwaltung in einer Vorlage schreibt, gelte grundsätzlich, dass der erforderliche Ausbau des ÖPNV kurzfristig nur über das System Bus erfolgen kann. Der erforderliche Ausbau der Schieneninfrastruktur sei zwar angestoßen, benötige aber eine deutlich längere Realisierungsdauer.

Bei U-Bahnen und Bussen sind im kommenden Jahr sehr wohl Verbesserungen geplant. Die U2 soll zwischen Feldmoching und Harthof montags bis freitags tagsüber im Fünf-Minuten-Takt fahren. Damit würde auf der gesamten U2-Strecke ein Fünf-Minuten-Takt gelten. Bei der U4 soll der Zehn-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit zwischen Theresienwiese und Westendstraße verlängert werden, jeder zweite Zug endet demnach nicht mehr an der Theresienwiese, sondern fährt weiter bis zur Westendstraße. Der Betriebsbeginn der U7 soll vereinheitlicht werden, sie wird außerdem an Freitagen bis Neuperlach Zentrum verlängert, wenn es sich um Schultage handelt.

Auch der Busverkehr wird sukzessive ausgebaut. So will die MVG die Kapazitäten deutlich verbessern – durch verstärkte Takte und den Einsatz von Buszügen und Gelenkbussen. So werden beispielsweise die Takte auf den Linien 139, 147, 151 und 154 erweitert, die Linie X30 wird verlängert, und der neue Bus X36 kommt zwischen Alte Heide und Allach Bahnhof zum Einsatz.

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