Kein BISS-Hotel, dafür Luxus-Immobilien

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Das alte Frauengefängnis Neudeck soll gegen Höchstgebot verkauft werden, der Käufer und seine Pläne sind geheim

München - In einem Bieterverfahren hat der Freistaat Bayern das Grundstück des Ex-Frauen-Gefängnisses Neudeck einem privaten Investor gegen Höchstgebot zugeschlagen. Jetzt schreibt BISS an Horst Seehofer.

Mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer will die Obdachloseninitative BISS erreichen, dass sie im ehemaligen Frauengefängnis Neudeck doch noch ein Ausbildungshotel errichten kann.

Dort sollen sozial benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene eine Ausbildungsstelle bekommen. In einem Bieterverfahren schlug der Freistaat Bayern das Grundstück einem privaten Investor gegen Höchstgebot zu, der einen zweistelligen Millionenbetrag bot. BISS wollte 1,6 Millionen Euro zahlen.

BISS-Vorstandsvorsitzende Hildegard Denninger in dem offenen Brief: „Wir sind tief enttäuscht, dass der Freistaat Bayern nicht von der ausdrücklich im Bayerischen Haushaltsrecht verbrieften Möglichkeit Gebrauch macht, einem dem Gemeinwohl dienenden Anbieter den Vorzug zu geben.“ Ausbildungsplätze für Menschen, denen lebenslange Arbeitslosigkeit drohe, seien eine gute Investition.

Dass die öffentliche Hand Grundstücke gegen Höchstgebote verkauft, ist allerdings nichts Neues: Das frühere Arbeitsamt an der Thalkirchner Straße wurde verkauft und von Stardesigner Philippe Starck zum Yoo-Wohnpalast umgebaut.

Das SWM-Heizkraftwerk an der Müllerstraße wird ein luxuriöser Wohn-Turm, das SWM-Ausbildungszentrum in der Waltherstraße zur Wohnresidenz Isar De Luxe, die Ex-AOK-Zentrale ist jetzt das Isar Stadt Palais. Und auf dem städtischem Zwingereck steht das Isartor-Palais.

J. Welte

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