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Kein Impfstoff in München: Stadt soll selbst schuld sein - „Desaströses Missmanagement“ - Referat reagiert

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Von: Sascha Karowski

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Corona-Impfung
Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt. © Gregor Fischer/dpa/Symbolbild

Die CSU schimpft über Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) und spricht von desaströsem Missmanagement. Die Stadt sei selbst schuld daran, dass sie derzeit zu wenig Impfstoff habe.

München - Die CSU kritisiert das Gesundheitsreferat der Stadt München massiv. Die Einschätzung von Referentin Beatrix Zurek (SPD), in Bayern sei derzeit nicht genug Impfstoff vorhanden, teilt die CSU-Fraktion nicht. Im Gegenteil. Es gebe genug Vakzine, sagt Fraktionschef Manuel Pretzl. Allerdings sei die Stadt selbst Schuld daran, dass sie nicht genügend erhalte.

München: Zu wenig Impfstoff in den Lagern

Wie berichtet, hatte Referentin Zurek am Donnerstag mitgeteilt, dass es aufgrund der hohen Nachfrage nicht nur zu langen Wartezeiten kommt, sondern auch der Impfstoff knapp wird. Laut Zurek habe das Impfzentrum bislang keine Nachlieferungen erhalten, da kein Impfstoff mehr in den oberbayerischen Lagern vorhanden sei. Es sei ferner davon auszugehen, dass zum Wochenende verschiedene Impfaktionen ausfallen müssten, bis kommenden Dienstag die nächste reguläre Lieferung eintrifft. Der Freistaat arbeite an einer Lösung.

Pretzl macht aber die Stadt verantwortlich. „Impfstoff ist genügend da! Solange die Landeshauptstadt aber offiziell die niedrigste Inzidenz in ganz Oberbayern hat, wird im Zuge der Hotspot-Strategie kein Impfstoff bevorzugt an die Stadt ausgeliefert“, sagt er.

München: Inzidenzen zu niedrig, daher zu wenig Impfstoff

Wie berichtet, meldet das Gesundheitsreferat seit Tagen zu geringe Infektionszahlen an das Robert-Koch-Institut, weil die Verwaltung mit der Kontaktnachverfolgung nicht hinterher kommt. Das RKI hatte so am Donnerstag beispielsweise eine Inzidenz von 93,3 gemeldet. Tatsächlich, so räumt Zurek selbst ein, liegt der Wert wohl bei um die 300.

„Das desaströse Missmanagement des Gesundheitsreferates zieht nun einen immer längeren Rattenschwanz nach sich“, sagt Pretzl „Dieses Versagen wird in erster Linie auf dem Rücken der Münchner Bürgerinnen und Bürger ausgetragen. Denn Impfen ist der beste und schnellste Weg aus der Pandemie, zurück zur Normalität.“

Stadt reagiert auf CSU-Schelte: „Behauptungen sind falsch“

Die Stadt hat derweil am Freitag mitgeteilt, der Impfstoff-Notstand sei abgewendet worden. „Nachdem aufgrund der bayernweit gestiegenen Nachfrage gestern kein Impfstoff mehr in den oberbayerischen Lagern vorhanden war, hat der Freistaat jetzt für den morgigen Samstag eine Sonderzuteilung zugesagt. Demnach kann auch am Wochenende ohne Einschränkungen geimpft werden.“

Zudem sei die Behauptung falsch, die Stadt habe den erwarteten Mangel verursacht. Der Impfstoff für das Impfzentrum Riem werde über den Großhandel und die Apotheken bezogen. „Auf den normalen Versorgungswegen waren die Vorräte aber zuletzt erschöpft, wie vielerorts in Bayern.“ Der Freistaat habe Lager, auf die man in so einem Fall zugreifen könne.

Richtig sei aber, dass Restbestände des BioNTech-Impfstoffs gemäß Anweisung des StMGP priorisiert insbesondere an Hotspot-Regionen ausgegeben wurden, wie zum Beispiel an Landkreise wie Mühldorf am Inn, Miesbach oder Rosenheim. Diese hätten allesamt Inzidenzen von weit über 500.

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