Enkelin ist immer wieder krank

Opa klagt: Seit Monaten kein warmes Wasser

+
Uwe Wolf mit Thermometer – bei seiner Enkelin gibt’s nur kaltes Wasser

München - Uwe Wolf (75) macht sich Sorgen um seine Enkelin (21). Sie ist immer wieder krank, weil es in ihrer Wohnung in Neuhausen seit Januar kein Warmwasser gibt.

Uwe Wolf (75) macht sich Sorgen um seine Enkelin (21). In den vergangenen Monaten war sie immer wieder krank – viel häufiger als früher. Die Ursache: In ihrer Wohnung an der Wilhelm-Hale-Straße in Neuhausen geht seit Januar das Warmwasser nicht, also seit elf Monaten. Ein heißes Bad nach frostigkalten Tagen fällt aus, nicht mal einen warme Dusche ist drin — außer an ganz besonderen Glückstagen, an denen die Warmwasserversorgung im Wohnblock für ein paar Stunden doch mal funktioniert. „Das geht so nicht mehr weiter, die Gewofag muss endlich reagieren“, fordert der Großvater.

Seit Anfang Januar wohnt seine Enkelin in dem Gewofag-Mietshaus — und hat die Probleme mit dem Warmwasser. Besonders ärgerlich: Sie muss die ganze Zeit für Warmwasser zahlen! Denn auch wenn nur ganz selten warmes Wasser aus dem Hahn läuft – der Warmwasserzähler misst seit Jahresbeginn eifrig auch das kalte Wasser als teures Warmwasser. Das schlägt kräftig zu Buche. Und dabei muss sie als Auszubildende (Gesundheitsbranche) sowieso jeden Cent umdrehen. Obwohl der Opa und die Mama in Sachen Warmwasser für die junge Frau schon etliche Beschwerden eingereicht haben, ist das Wasser bisher kalt geblieben.

Großvater Uwe ist empört: „Für mich ist das ein absolutes Unding! Ich habe auch bei Oberbürgermeister Christian Ude als Aufsichtsratsvorsitzendem der Gewofag um Unterstützung gebeten.“ Seine Enkelin hat sich nicht getraut, sich selbst an die tz zu wenden – aber sie hat ihre Nachbarn im Haus auf einem Brief unterschreiben lassen, mit dem sie Mietminderung ab Januar fordern. 14 Unterschriften hat sie gesammelt, die Liste will sie heute bei der Gewofag einreichen.

Dort ist das Problem bekannt. „Unser Techniker-Team hat leider bislang die Ursache dieses baulichen Heizungsmangels nicht beseitigen können“, sagt Gewofag -Sprecher Peter Scheifele. „In Spitzenzeiten läuft die Warmwasserversorgung seit Jahresbeginn nicht optimal, Reparaturen konnten daran nichts ändern.“ Man suche seit drei Monaten nach dem Fehler. „Nach jeder Reparatur läuft die Warmwasserversorgung drei Tage optimal, dann gibt es wieder Probleme,“ sagt Scheifele, „Da steckt der Deifi drinnen!“ Deshalb werden die Anlage nun per Hand gesteuert.

Im November schrieb die Gewofag zwei Briefe an Wolfs Enkelin. In dem einen bot sie eine Minderung der Miete um 15 Prozent rückwirkend ab Januar an, im zweiten nur noch für September, Oktober und November. „Das ist ein Missverständnis“, sagt Scheifele: „Das Angebot der rückwirkenden Mietminderung gilt für sie ab Januar.“ Er verspricht, dass die Gewofag alles dransetze, das Problem schnell in den Griff zu bekommen. Bis dahin soll ein Heizmobil für Warmwasser sorgen.

„Großartig, das verdanken wir der tz“, freuen sich Wolf und seine Enkelin. Auch Anja Franz vom Mieterverein München findet es gut, dass die Gewofag rückwirkend bei der Miete nachlässt: „Rechtlich müsste die Gewofag nur die zu viel bezahlten Nebenkosten erstatten.“ Wer die Miete mindern will, muss das normalerweise von Anfang an klar machen (Miete unter Vorbehalt zahlen).

Susanne Sasse

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare