Unbekannter schlägt Schneise in Wald

Keine Aussicht: Bäume gefällt

Geiselgasteig - Und das ausgerechnet in Grünwald: Irgendjemand hat in Geiselgasteig am Isarhang eine 80 Meter breite Schneise in den Wald gesägt und die Stämme der 20 Buchen und sechs Fichten einfach kreuz und quer liegen gelassen.

Sogar der Unterwuchs wurde gekappt. Den Förstern des Münchner Baureferats war die Schneise aufgefallen, als sie vor zwei Wochen wegen der Begutachtung von Borkenkäferschäden den Isarhang untersuchten.

An der Stelle hat man nun einen wunderbaren Blick in das Isartal. Einen Blick, den Wanderer zwischen München und Grünwald immer wieder vermissen. Vor 100 Jahren war es nämlich noch üblich, die Bäume an bestimmten Aussichtspunkten immer wieder zu stutzen, damit man den wunderbaren Blick ins Isartal und darüber hinaus in die Berge genießen kann. An einigen Stellen erinnern noch Sitzbänke an die alten Aussichtspunkte. Heute sieht man dort die Baumkronen in Greifnähe vor sich. „Aus Gründen des Gehölz- und Landschaftsschutzes wird heutzutage auf das Stutzen und Ausschneiden der Bäume verzichtet“, erklärt Dagmar Lezuo, Sprecherin des Baureferates, das den Hochuferweg bis an die Grünwalder Brücke betreut.

Der Isartalverein, dem die Hochuferwege südlich von Grünwald gehören, ist da nicht so dogmatisch. Er hält an Aussichtspunkten am Südrand von Grünwald, zwischen Bayerbrunn und Hohenschäftlarn sowie bei Pullach Aussichtspunkte offen.

In Grünwald schritt man zur „Selbsthilfe“. Vor allem die Bewohner des an dieser Stelle liegenden Hauses genießen jetzt den Prachtblick ins Isartal. Das Grünwalder Umweltamt hat jetzt Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. Der Schaden wird mit 30 000 Euro beziffert. Bei der Stadt München ist der Schaden nicht so groß. Lezuo: „Der Wald wird sich hier voraussichtlich von selbst verjüngen können.“

Johannes Welte

Quelle: tz

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