Urteil des Münchner Landgerichts

Keine Rente für Witwe von KZ-Opfer

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Aktenordner liegen auf einem Tisch im Landgericht in München.

München - Die Frau eines 2011 verstorbenen KZ-Geschädigten bekommt keine Witwenrente. Das Münchner Landgericht hat die Klage der 80-Jährigen am Donnerstag abgewiesen.

Eine Beihilfe gäbe es laut Entschädigungsgesetz nur, wenn der Mann wegen der NS-Verfolgung zu mindestens 70 Prozent erwerbsgemindert gewesen wäre. Gegen das Urteil hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, der die Witwe vertritt, Berufung angekündigt.

Der Mann war im KZ Ravensbrück zwangssterilisiert worden und hatte das Vernichtungslager Auschwitz überlebt. Wegen psychischer Folgen und einer leichten Herzschädigung war er 40 Prozent erwerbsgemindert. Nach dem Krebstod ihres Mannes hatte seine Witwe mit ihrem Rentenantrag jedoch keinen Erfolg. Ein Gutachter attestierte dem Verstorbenen zwar ein schweres Kindheitstrauma mit typischer posttraumatischer Belastungsstörung. Aber zwischen NS-Verfolgung und Krebs bestehe „sehr wahrscheinlich kein Zusammenhang“.

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Ein juristischer Mitarbeiter des Zentralrats sagte, die Leiden des Verstorbenen seien inakzeptabel heruntergespielt worden. Er habe den Tod der Eltern und Geschwister mit ansehen müssen und viele weitere Angehörige im KZ verloren: „Wie kann ein Mensch mit einer solchen Disposition dem Krebs widerstehen?“ Der Vertreter des Landesamts für Finanzen verwies auf das Gesetz.

dpa

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