Keine Sterbehilfe - Mildes Urteil gegen Münchner Arzt

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München - Keine Sterbehilfe aber fahrlässige Tötung - das entschied das Stuttgarter Landgericht im Fall eines Münchner Arztes, der seiner Tante ein tödlich wirkendes Medikament verabreicht hatte.

Dafür verwarnte ihn das Gericht am Mittwoch mit einer Geldstrafe auf Bewährung.

Der Arzt hatte die Tante im Januar 2007 in einem Pflegeheim in Stuttgart besucht. Als sie einen plötzlichen Krampfanfall erlitt, versorgte er sie mit einem Beruhigungsmittel und verabreichte ihr Morphium in zu hoher Dosis. Damit habe er Schmerzen in Folge der Krämpfe lindern wollen. Die 92-Jährige starb kurz darauf an einer Vergiftung. Der 60-Jährige hatte im Prozess betont, ihm sei erst im Nachhinein bewusstgeworden, dass die Dosis zu hoch war. Er habe die Tante nicht töten wollen.

Der Mediziner habe unbewusst fahrlässig gehandelt, begründete die zuständige Richterin das Urteil der fahrlässigen Tötung. Es gebe keine Beweise, dass er den Tod der Tante in Kauf genommen oder aktive Sterbehilfe geleistet habe. Auch sei kein Motiv erkennbar. Zudem habe strafmildernd gewirkt, dass der Arzt in einer Notfallsituation unter persönlicher Betroffenheit gehandelt hatte.

Das Gericht erteilte ihm eine “Verwarnung“. Der Arzt wurde zu einer Geldstrafe von 14 400 Euro auf Bewährung und zu einer gemeinnützigen Spende von 10 000 Euro verurteilt.

dpa

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