Fall für den tz-Bürgeranwalt

Keiner zahlt für den defekten Herd von Münchner

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Defekter Herd: Kai Meinschien (li.) mit Bürgeranwalt Dietmar Gaiser. 

Ein Münchner kann seit Monaten kein warmes Essen mehr zubereiten, weil sich keiner für den defekten Herd verantwortlich fühlt. Ein Fall für den tz-Bürgeranwalt. 

München - Das berichtete Kai Meinschien (45), Freiberufler aus München: Unsere Wohnanlage hatte vor einiger Zeit einen Stromausfall. Als die Stadtwerke München die Elektrizität wieder hochfuhr, stimmte wahrscheinlich die Spannung nicht, auf jeden Fall brannten bei mir mehrere Glühbirnen und der Elektroherd durch. Als ich das den Stadtwerken meldete, versprach man mir schnelle und unbürokratische Hilfe. Aber darauf warte ich nun schon zwei Monate. Alle Rückfragen brachten bisher nichts. Wenn ich den Betrag wüsste, den mir die Stadtwerke ersetzen, könnte ich entscheiden, ob ich den alten Herd reparieren lasse oder einen neuen kaufe. Aber bisher bekam ich keine verbindliche Aussage. Ich wünsche mir, dass mit der Hilfe des Bürgeranwaltes wieder Bewegung in die festgefahrene Sache kommt.

Das sagt der tz-Bürgeranwalt: Die Stadtwerke hatten den Schaden ihrer Versicherung ihrer Versicherung gemeldet. Diese setzte sich mit Kai Meinschien in Verbindung und forderte die für die Regulierung des Falles notwendigen Unterlagen an. Kai Meinschien lieferte die Daten, aber es tat sich trotzdem nichts. Als sich das Team des Bürgeranwaltes an die Versicherung wandte, bestätigte diese, dass die Unterlagen alle vorhanden seien, aber die Daten der Stadtwerke noch fehlten. Als wir uns dorthin wandten, wurde per Mail bedauert, dass die Abwicklung des Falles so lange dauert. Die Stadtwerke begründeten das folgendermaßen: „Hintergrund ist, dass wir, wie auch die Versicherung, auf technische Untersuchungsberichte angewiesen sind, deren Auswertung mehr Zeit in Anspruch nimmt.“ Mit anderen Worten: Die Daten der Stadtwerke liegen der Versicherung noch nicht vor.

Daraufhin schalteten wir die Verbraucherzentrale Bayern ein. Deren Versicherungsfachmann, Sascha Straub, sagte uns: „Eine gesetzliche Leistungszeit für die Regulierung ist nicht vorgesehen.“ Der Jurist betonte: „Der Umstand, dass die Versicherung der Stadtwerke nicht reguliert, sollte dem tz-Leser keinen Nachteil bringen. Er sollte den Nutzungsausfallschaden berechnen, also die Kosten für Ersatzlösungen. Diese Summe sollte der Geschädigte in einer Vorstandsbeschwerde an die Stadtwerke schicken und konkrete Ansprüche geltend machen.“

Als wir das Kai Meinschien mitteilten, bedankte er sich: „Jetzt bin ich sicher, dass durch die Recherchen des Bürgeranwaltes und die neue Möglichkeit der Vorstandsbeschwerde wieder Bewegung in die Sache kommt.“

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tz

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