Bella Italia: Kellner sticht Kollegen nieder

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Das Bella Italia im Asamhof war Schauplatz einer blutigen Messerstecherei

München - Die beiden konnten sich noch nie leiden. In der Vergangenheit hatten sie bereits des öfteren lautstark gestritten. Am Donnerstag jedoch eskalierte die Dauerfehde zweier Kellner im alteingesessenen Ristorante Bella Italia im Asamhof.

Im laufenden Restaurantbetrieb – das Altstadt-Lokal war um 17.20 Uhr gut besucht – stach Roberto P. (39) seinen Kollegen Luca (41) mit einem Messer nieder. Während der Notarzt dem Opfer das Leben rettete, nutzte der Täter die völlig unübersichtliche Situation zur Flucht.

Es soll um Meinungsverschiedenheiten bei der Verteilung der Tische gegangen sein. Dieser banale Anlass genügte offensichtlich bereits, um die beiden Männer schlagartig in Wut zu versetzen. Der Disput wurde lauter, schließlich brüllten sich die Kellner unbeherrscht an. Alle Gäste ließen irritiert die Gabeln sinken. Da verließen die beiden Männer den Gastraum und verlegten ihren Streit ins Kellergeschoss in den Bereich der Toiletten.

Plötzlich hatte Roberto P. ein Messer in der Hand, stieß es dem Widersacher in die Brust. Die Klinge traf das Herz. Lebensgefährlich verletzt sank der 41 Jahre alte Familienvater zu Boden. Sein Herz setzte aus, er hörte auf zu atmen. Glücklicherweise war der Notarzt schnell zur Stelle. Die Reanimation gelang.

Zu diesem Zeitpunkt war Roberto P. schon verschwunden. Mordkommission und Spurensicherung rückten an, die Zielfahndung heftete sich an die Fersen des flüchtigen Messerstechers. Innerhalb weniger Stunden kannten die Ermittler so ziemlich alle möglichen Anlaufstellen des im Landkreis wohnenden Täters.

Um 9.15 Uhr am Freitag nahmen Beamte Roberto P. in Bogenhausen auf der Straße fest. „Er hat sich nicht gewehrt“, erklärte der Chef der Münchner Mordkommission, Kriminaloberrat Markus Kraus. Vermutlich wird der polizeibekannte 39-Jährige wegen versuchten Totschlags in U-Haft gehen.

Das 41-jährige Opfer war auch am Freitag noch nicht über den Berg, liegt auf der Intensivstation. Sein Zustand blieb jedoch stabil. Das Bella Italia öffnete am Freitag wieder wie gewohnt. „Es geht weiter. Aber wir sind noch alle sehr geschockt“, sagte der Geschäftsführer bedrückt der tz.

Dorita Plange und Jacob Mell

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