Dr. Theiss zückte die Kamera

Kickbox-Königin stellt diesen Sex-Täter

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Christine Theiss ist oft mit ihren Hunden unterwegs.  Damian J. ist sie zum Glück nur ein Mal begegnet. Deshalb musste sie jetzt als Zeugin aussagen.

München - Damian J. stellte an der Isar nackt sein bestes Stück zur Schau und belästigte eine ältere Dame. Dass Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss ihn zur Beweissicherung fotografiert, empfindet er als Belästigung.

Bei diesem Angeklagten platzte Richter Thomas Müller der Kragen: „Sehe ich so dämlich aus, dass ich Ihnen das abnehme?“ Damian J. (32) behauptete allen Ernstes, nicht er habe die Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss an der Isar sexuell belästigt, sondern sie sei die Übeltäterin. Er jammerte: „Sie hat mich fotografiert, das habe ich ihr nicht erlaubt.“

Die 33-jährige Ärztin und Spitzensportlerin hat den Lagerarbeiter tatsächlich mit dem Handy fotografiert, als dieser ihr am 21. August 2012 an der Isar nackt sein bestes Stück präsentierte. „Aber zur Beweissicherung“, wie Richter Müller klarstellte.

Christine Theiss schilderte im Zeugenstand, wie ihr beim Spaziergang mit ihren beiden Hunden eine entsetzte ältere Frau entgegenkam. Ein Nackter habe sich vor ihr aufgebaut und an seinem Glied manipuliert. Sie begleitete die Dame zum Tatort. Theiss: „Als er uns gesehen hat, begann er sofort, sich selbst zu befriedigen. Einer meiner Hunde hat sich das ganz genau angeschaut.“ Damian J. regte sich auch darüber auf: „Er hat mich belästigt.“

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Der Sex-Täter wollte sich zunächst aus dem Staub machen, zog sich ein T-Shirt über. Dann tauchte er aber plötzlich wieder vor Christine Theiss auf und manipulierte erneut an seinem Penis. „Ich habe die Polizei gerufen“, berichtet die prominente Zeugin. Trotzdem habe sich der Täter ihr weiter genähert: „Erst zehn Meter, dann fünf, dann war er direkt bei mir. Ich bin einige Schritte zurückgegangen und habe gesagt, dass ich jetzt ein Foto mache.“ Der Angeklagte dazu: „Einen Mann hätte ich verprügelt.“

Trotz des eindeutigen Beweisfotos auf dem Richtertisch blieb der Angeklagte dabei: „Ich bin nicht schuldig, ich wurde belästigt.“ Der Staatsanwalt: „Das ist einfach nur frech.“ Er forderte sechs Monate Haft auf Bewährung.

Das Urteil: 180 Tagessätze zu 30 Euro (5400 Euro) „Sie haben die Geschädigte in ein schlechtes Licht zu rücken versucht“, sagte Müller. „Das ist mühsam zu ertragen.“

E. Unfried

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