Sie wohnten Tür an Tür

Kind (2) überrollt: Fahrerin (26) ist seine Nachbarin 

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Ingolstadt - Es klingt schon furchtbar genug: Eine 26-Jährige hat beim Einparken zwei spielende Kinder übersehen, eine Zweijährige starb bei dem Unfall. Jetzt wurde bekannt: Die Unfallverursacherin und die beiden Kindern waren Nachbarn, sie wohnten Tür an Tür.

Der Sonntagnachmittag war sonnig und warm. In der Neubausiedlung des Ingolstädter Stadtteils Unterhaunstadt spielen die Kinder auf der Straße – hier gibt es keinen Durchgangsverkehr, und man kennt sich. Doch gegen 18.25 Uhr gellen Schreie durch die Idylle, ein schrecklicher Unfall ist passiert: Zwei kleine Mädchen sind von einem Auto überfahren worden, die Kleinere stirbt.

Die Polizei versucht, den Hergang dieses furchtbaren Unfalls nachzuvollziehen. Doch weil die Fahrerin des Autos unter Schock steht und nicht vernehmungsfähig ist, bleibt es bei vielen Mutmaßungen. Gesichert ist derzeit, dass die beiden Mädchen, eine Zweieinhalbjährige und eine Vierjährige, die beide in der Siedlung wohnen, zusammen vor einigen Garagen und Abstellplätzen mit Kreide auf den Pflastersteinen malten. Dann fuhr eine 26-Jährige, die ebenfalls dort wohnt, mit ihrem VW Passat in die Stichstraße ein. Offenbar übersah sie in der relativ engen Einfahrt die beiden Mädchen, denn diese wurden von dem Pkw erfasst. Die Größere hatte Glück und wurde wohl weggeschleudert, die Kleine dagegen wurde unter dem schweren Auto eingeklemmt.

Obwohl Rettungskräfte sofort vor Ort waren, stirbt das Mädchen

Obwohl sofort ein Großaufgebot an Polizei und Rettungskräften (die Feuerwehr von Unterhaunstadt hatte Tag der offenen Tür) sowie ein Rettungshubschrauber vor Ort waren, gelang es nicht, das Leben des kleinen Mädchens zu retten. Sie starb kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus. Die Vierjährige erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Kinderkrankenhaus gebracht.

Sofort nach dem Unfall war die Straße voll mit Familienangehörigen und Nachbarn. Die völlig aufgelöste Mutter wurde von Verwandten getröstet. Ordnungskräfte mussten die Unfallstelle großräumig absperren. Die 26-Jährige, die möglicherweise auf dem Heimweg von der Arbeit war, brach kurz nach dem Unfall zusammen und musste auch ins Krankenhaus gebracht werden. Gegen sie wird nun wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Was für die jedoch viel schlimmer sein dürfte: Sie und die Familie der Zweieinhalbjährigen wohnen beinahe Haus an Haus.

Bilder: Autofahrerin will einparken und fährt Mädchen (2) tot

Volker Pfau

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