Der Kinderporno-Graf muss in den Knast

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Der Angeklagte gestand, mit Kinderpornos gehandelt zu haben.

München - Ein führendes Mitglied eines globalen Kinderpornonetzwerks hat vor dem Münchner Landgericht gestanden. Dafür wurde ihm ein bestimmter Strafrahmen zugesagt.

Nach außen war Stephan von B. (45) ein biederer Versicherungskaufmann. Doch von seiner Wohnung in Giesing aus managte der Spross einer alten Adelsfamilie eine Internetseite, auf deren Programmierer Fahnder in aller Welt Jagd machten. Denn über das „Dreamboard“ wurde Kinderpornografie der übelsten Sorte verbreitet! Vor dem Landgericht gab der Porno-Graf am Mittwoch alles zu.

Unter dem Codenamen „Operation Delego“ ermittelten Sondereinheiten in den USA und Europa seit 2009 gegen die „Dreamboard“-Männer. Die Internet-Seite war streng geschützt und in mehrere Ebenen aufgeteilt, was die Fahnder erheblich erschwerte. Stephan von B. war laut Anklage auf der höchsten Ebene tätig, dem „Super-VIP-Bereich“. Leute dieser Ebene hatten die Kontrolle über die Aktivitäten der anderen Mitglieder.

Die Fahnder beobachten seit langem mit Sorge, dass das im Internet verbreitete Material immer krasser wird. Das Alter der missbrauchten Kinder wird immer geringer. Häufig steht die pädophile Kundschaft sogar auf den Missbrauch von Babys. Folter und extreme Vergewaltigungen gehören genauso dazu.

Im Rahmen groß angelegten Razzien im vergangenen Jahr entdeckten die Ermittler eine heiße Spur nach München. Am 19. Mai wurde die Giesinger Wohnung von Stephan von B. durchsucht. Volltreffer: Auf seinen Computern entdeckte die Polizei über 2000 kinderpornografische Bilddateien und mehr als 500 Videos der übelsten Sorte!

Nach seiner Verhaftung packte der Versicherungsvertreter aus. Mit seinen Aussagen konnte eine Reihe der schätzungsweise 600 „Dreamboard“-Mitglieder dingfest gemacht werden. Sein Geständnis wiederholte Stephan von B. (Verteidiger Bernhard Beer) am Mittwoch vor Gericht. Dafür wurde ihm eine Strafe zwischen vier Jahren und zehn Monaten und fünf Jahren zugesagt. Stephan von B. erklärte, dass er eine Therapie machen will. Am Donnerstag kommen im Prozess Fahnder vom Landeskriminalamt zu Wort.

E. Unfried

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