Er klagt vergeblich gegen Kürzung seiner Bezüge

Kinderpornos? Polizist zerstört CDs

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Im Zuge einer Großfahndung wurden Beamten auf die Kinderpornos auf dem Computer des Kollegen aufmerksam.

Martin A. (33) gilt als hervorragender Polizist. Doch der Polizeiobermeister hat offenbar ein hässliches Hobby: Auf seinem Computer wurden ekelerregende Kinderpornos entdeckt!

Im Zuge einer groß angelegten Fahndung gegen das Geschäft mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern waren hessische Fahnder im Juli auf den bei der Polizeiinspektion Weilheim tätigen Beamten gestoßen. Er pflegte regen E-Mail-Verkehr mit einem Mann, dem die Verbreitung von Kinderpornos im Internet vorgeworfen wird. Ein Verbrechen, das mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden kann.

Dass die Durchsuchung seiner Wohnung in Wolfratshausen bevorstand, hatte Martin A. offenbar rechtzeitig erfahren – vermutlich in seiner Dienststelle. Er eilte nach Hause und zerstörte eine Reihe von CDs! Plastikkrümel verrieten seine hektischen Aktivitäten, als am 16. Juli seine Kollegen anrückten. Die Fahnder wurden dennoch fündig: Auf seinem Computer stellten die Experten vier Bilddateien und sieben Videos mit strafbaren Inhalten sicher.

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Die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft München II sind noch im vollen Gange. Das Polizeipräsidium Oberbayern hat Martin A. seit den verdächtigen Funden vom Dienst suspendiert. Er bekommt seither nur noch 1300 Euro monatlich.

Zu wenig, meinte der Beamte und klagte vor dem Verwaltungsgericht München. So lange er nicht verurteilt sei, stünden ihm die vollen Bezüge zu, argumentierte er. Die fraglichen Bilddateien, behauptete er gestern vor Gericht, „wurden ohne mein Wissen automatisch gespeichert“. Er habe die Dateien nie geöffnet und wisse nicht, was drauf sei. Dass er freilich vor der Durchsuchung so viele CDs zerstörte, fand die Vorsitzende Richterin Birgit Walther „doch etwas komisch“.

Angesichts der Aussichtslosigkeit nahm Martin A. seine Klage zurück. Der Beamte, der wegen seines Engagements bei Feuerwehr und Wasserwacht großes Ansehen genießt, muss jetzt sein Strafverfahren abwarten. Sollte er verurteilt werden, fliegt er mit Sicherheit endgültig aus dem Polizeidienst.

ebu

Quelle: tz

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