Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Kinderschänder droht Sicherungsverwahrung

Eine Mutter erzählt: Er lockte meinen Buben in die Sex-Falle

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Der zigfach vorbestrafte Angeklagte Gottfried B. gibt die Taten zwar zu, bestreitet aber sexuelle Motive.

München - Ein Kinderschänder auf freiem Fuß lockt einen Buben in seine Wohnung, umarmt ihn innig und küsst ihn auf den Mund. Die Mutter erzählt vor Gericht, wie sie ihren Sohn in letzter Minute aus der Sex-Falle befreien konnte.

"Wir haben riesiges Glück gehabt", atmet Ulrike B. (44) auf und nimmt ihren Marko (10, Name geändert) in den Arm. „Das hätte schrecklich ausgehen können.“ Der Bub befand sich in den Fängen des mehrfach vorbestraften Kinderschänders Gottfried B. (53). Eine böse Vorahnung der Mutter verschonte das Kind vor schlimmeren sexuellen Übergriffen. Dem Täter droht jetzt vor dem Landgericht München II die Sicherungsverwahrung.

Als Gottfried B. im Dezember 2007 das Gefängnis verlassen durfte, stellte die Justiz ihn unter Führungsaufsicht. Dem in Poing lebenden Kurierfahrer wurde strengstens verboten, Kontakt mit Kindern aufzunehmen. Gegen dieses Verbot verstieß er bereits im Jahr 2011. Eine Haftstrafe schreckte ihn nicht ab.

Die Mutter rief ins Telefon: "Komm sofort heim!"

2012 schaffte sich der Täter einen Golden Retriever an. Im August 2013 war er mit dem Hund an einem Teich unterwegs, ließ auch Marko mit Stöckchen werfen und kam so mit ihm ins Gespräch. Mit einer Spielkonsole samt Rennfahrersitz soll Gottfried B. den blonden Buben in seine Wohnung gelockt haben. „Auf Spielkonsolen fährt er voll ab“, so die Mutter am Freitag im Zeugenstand.

Wie oft der Täter den Buben besuchte, weiß die Mutter nicht. Aber die Sekretärin hatte eine ungute Vorahnung, als sie ihn am 17. August anrief. Er sei bei einem Freund, sagte Marko. Wie er heißt? „Gottfried.“ Ulrike B. skeptisch: „So heißt doch heute kein Kind mehr.“ Wie groß sei denn dieser Freund? „So groß wie du.“ Die Mutter rief ins Telefon: „Komm sofort heim!“

Kinderschänder umarmte Marco und küsste ihn auf den Mund

Marko erzählte später, dass der Mann ihn innig umarmt und auf den Mund geküsst hatte! Um dessen Nachnamen zu erfahren, ließ sich Ulrike B. von dem Buben die Wohnung des Verdächtigen zeigen. Mit Herzklopfen las sie das Klingelschild. „Ich hatte Angst, dass die Tür aufgeht“, so die Mutter. Als sie der Polizei den Namen mitteilte, hörte sie sofort: „Der ist uns bekannt!“ Vier Tage später wurde Gottfried B. verhaftet.

Vor Gericht gibt der Angeklagte alles zu, bestreitet aber sexuelle Motive. Vorsitzender Richter Oliver Ottmann sauer: „Sie neigen zur Verharmlosung. Das sieht man schon aus den alten Akten.“ Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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