Pflegeeltern vertrauten nettem Karl-Heinz

Kinderschänder heuert als Babysitter an

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Knast oder Klinik? Karl-Heinz F. sitzt seit März 2011 hinter Gittern

München - Am liebsten hat er einen Job als Babysitter oder Erzieher in einem Kindergarten. Karl-Heinz F. (41) gibt sich nett, einfühlsam. Doch der gelernte Elektroniker gilt als hochgefährlich.

Er macht sich an Kinder heran – je kleiner desto lieber. Jetzt muss er sich wieder einmal wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten. Die Frage ist: Knast oder Psychiatrie?

Im Oktober 2010 gewann er das Vertrauen einer Familie in Bad Tölz. Das ahnungslose Ehepaar überließ ihm die achtjährige Pflegetochter zur Aufsicht. Dem Mädchen schenkte er zum Geburtstag ein „Lillifee“-Freundebuch, eine rosa Mädchenunterhose und einen roten Stringtanga, verpackt in einem Eisbecher. In das Buch schrieb er: „Diese drei Dinge würde ich auf eine einsame Insel mitnehmen: Dich, ein Glas Rotwein, ein Lachen im Herzen.“

Dieses Buch zeigte das Mädchen seinen Eltern. Bei diesen schrillten die Alarmglocken, sie zeigten Karl-Heinz F. an. Bei einer Hausdurchsuchung wurden die Beamten fündig: Auf zahlreichen CD’s fanden sie 32 918 Kinderpornos. Viele davon zeigen den brutalen Missbrauch von Babys und Kleinkindern!

Der zigfach vorbestrafte Angeklagte rächte sich auf seine Weise: Er zeigte die Pflegeeltern an und beschuldigte diese, das Mädchen missbraucht zu haben.

Karl-Heinz F., der die widerlichen Kinderpornos schon mal als „Kunst“ bezeichnet hatte, bewarb sich auch in einem Förderzentrum in Pöcking als Kinderpfleger. Er legte dabei ein gefälschtes „Diplom“ als Erzieher vor. Aufgrund dieser Bewerbung wurde er zum Probearbeiten in einem Kindergarten eingeladen. Unheil konnte er nicht anrichten, denn nach zwei Stunden fiel auf, dass er völlig unfähig ist.

Wegen dieser Taten ist er bereits zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Weitere eineinhalb Jahre Knast kommen wegen anderer Straftaten hinzu. Sein Anwalt Werner Kränzlein hat das erste Urteil mit Erfolg beim Bundesgerichtshof angefochten, weil von einer Unterbringung in der Psychiatrie abgesehen wurde. Dem Angeklagten, der zu seinen Taten schweigt, ist offenbar der Aufenthalt in der Klinik lieber.

Der Prozess geht am Freitag weiter.

Eberhard Unfried

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